Kommentar zur Aktie Daimler

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Am 14.07.18
von armericanoo
zu Daimler

Daimler, BMW, VW - eine aktuelle Bestandsaufnahme!

Kurz & bündig.

Trump macht ernst und sucht die Konfrontation mit China: Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Strafzölle auch die Autobauer treffen.


Aktuelles Szenario:

Die Eskalation kam mit Ansage: Zwar hatten etliche politische Akteure bis zuletzt gehofft, Donald Trump möge in letzter Minute doch noch ein Einsehen haben in inpunkto Handelsstreit. Doch die bisherige wankelmütige, unberechenbare Amtsführung des US-Präsidenten ließ eigentlich kaum einen Zweifel daran aufkommen, dass die Strafzölle schon bald in Kraft treten würden.

Betroffen sind mittlerweile nicht mehr nur Importprodukte aus Europa wie beispielsweise Stahl, sondern ebenso der Warenverkehr zwischen den USA und China. Das Reich der Mitte reagierte prompt mit Vergeltungszöllen - auch mit dieser den Konflikt noch verschärfenden "Retourkutsche" war allenthalben vorab gerechnet worden.

Zahlreiche Ökonomen warnen bereits vor einer deutlich spürbaren "Abkühlung" der globalen Konjunkturentwicklung durch die handelspolitische "Machtdemonstration" der Trump-Administration. Leider ist ein Ende dieser Eskalationsspirale auch noch keinesfalls in Sicht. Stattdessen muss nun nach der Stahlindustrie ebenfalls auch die Automobilbranche vor analogen Einfuhraufschlägen zittern.

Die Branche steht vor einem riesigen Dilemma, ist das Produktionsnetzwerk doch längst globalisiert, Bauteile für bestimmte Modellreihen werden über Länder- und Kontinentalgrenzen verschifft. Davon betroffen sind zudem nicht nur deutsche oder europäische Hersteller. Auch die US-Autobauer "General Motors" (GM) und "Ford" beschleicht bei den berüchtigten Strafzöllen mehr als bloß ein ungutes Gefühhl in der Magengegend, weil auch sie etwa ein gutes Drittel ihrer für die Fertigung benötigten Komponente im Ausland erwerben.

Durch derartige Strafzölle, welche bereits wie ein "Damokles-Schwert" über die Autobauer pendelt, werden sich die Produktionskosten für Fahrzeuge spürbar erhöhen – ganz unabhängig davon, ob sie innerhalb oder außerhalb der USA vom Band laufen sollten. Um nicht auf derlei Zusatzkosten sitzenzubleiben, dürften jene dann auf den Verkaufspreis der Automobile aufgeschlafen werden. Somit könnte sich - je nach Modell - der Erwerb eines Autos mal schnell um einige tausend Dollar verteuern.

Ob ein solch drohendes wirtschaftliches Szenario sich tatsächlich positiv auf Trump's Wiederwahl-Ambititionen auswirken wird, wage ich denn auch ernsthaft zu bezweifeln. Aber dass eine entsprechende Prognose, wie sie etliche Experten bereits in den vergangenen Tagen und Wochen formuliert haben, den derzeit amtierenden US-Präsidenten doch noch in letzter Minute von seinen wirtschaftsfeindlichen Plänen abbringen könnte, daran mag wohl in seinem Fall kein noch so großer Optimist mehr glauben.

Für die drei im DAX-30 notierten deutschen Autobauer kommt der Handelsstreit eh zur Unzeit. Nach wie vor müssen sich BMW, Daimler und VW mit den negativen Folgen der nicht enden wollenden "Dieselaffäre" herumschlagen. Laufende Untersuchungen, die Anordnung von Bußgeldern oder die Verhaftung von Managern, Durchsuchungen von Büroräumen oder die anhaltende politische Diskussion um Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Innenstädten, aber auch der Kampf mit hohen Rückrufzahlen: Negativschlagzeilen macht(e) die Automobilbranche in letzter Zeit wohl mehr als genug.


Mein FAZIT:

Auf Monatssicht notieren die Anteilsscheine der drei Autobauer denn auch deutlich im Minus. Daimler-Aktien kommen mit einem Verlust von rund 6% noch vergleichsweise glimpflich davon, sie kosteten zum Wochenauftakt gut 58 Euro. Dazu notiert eine BMW derzeit parallel mit gut 80 Euro rund 7% tiefer als noch im Vormonat. Den Vogel schoss diesbezüglich jedoch die Vorzugsaktie von Volkswagen ab, rutschte sie doch im gleichen Zeitraum immerhin um etwa 10 Prozentpunkte ins Minus, und wurde am vergangenen Freitag denn auch gerade einmal noch mit knappen 142 Euro an der Frankfurter Börse gehandelt. Angesichts aller Fakten, welche ich bereits weiter oben in meinem Kommentar angeführt habe, besteht für mich derzeit kein Grund, sich eine der drei deutschen Automobilaktien ins Portfolio zu legen.
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