Kommentar vom 13.03.10
AktieNordex
InvestorPeb
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Mehr Wind bitte. Bei Nordex liegt was in der Luft...
=== WINDSTILLE ===
Schon ziemlich bitter, dass ein deutsches Vorzeigeunternehmen von Kursen über 35€ auf unter 10€ abschmiert. Aber -11% Umsatz im 3. Quartal und Gewinne knapp über der Nulllinie in Q1 und Q2 haben bei vielen Investoren Schweißperlen auf der Stirn hervorgerufen. Zwar scheint sich jetzt charttechnisch bei 9 € ein solider Widerstand auszubilden, ganz sicher kann man sich dessen aber nicht sein.

=== STURMGEFAHR ===
Der Börsenwert liegt nach wie vor über dem Eigenkapital (KBV > 2), ist ein weiterer Kursrückschlag um bis zu 50% ist damit also möglich.

Zu den Konkurrenten zählen potente Unternehmen wie General Electric, Siemens und der Weltmarktführer Vestas (siehe dazu auch den Kommentar von homooeconomicus) aus Dänemark. Eine weitere Verschärfung des Wettbewerbs ist für Nordex m. E. der größte Risikofaktor, die momentan unheilvolle Entwicklung könnte sich dann nämlich fortsetzen (Gewinn -52% bei Umsatz +4%).

=== RÜCKENWIND ===
Susanne Klatten (Großaktionärin von BMW) bringt mit ihrem 22% Anteil für Ruhe in den Geschäftsalltag. Nordex kann sich dadurch von den Zwängen und Kapriolen der Kapitalmärkte einigermaßen gut entziehen.

Auch die langfristige Entwicklung spricht für sich. Der Umsatz konnte seit 2004 fast verfünffacht werden und die Eigenkapitalbasis wuchs von 10 Mio auf über 300 Mio € an. Interessant in diesem Kontext: 2004 notierte der Aktienkurs um die 10€.

Nordex sitzt außerdem auf soliden 2,3 Mrd. € Auftragsbestand (zum Vergleich: Jahresumsatz = 1,2 Mrd. €). Man hat also zwei „Luft“ und muss nicht befürchten, dass wie bei den Solartiteln von heute auf morgen das Geschäft zusammenbricht.

Das schlagende Argument für Windstrom sind jedoch die Herstellungskosten. Es ist zwar schwierig, zuverlässige Quellen zu finden, aber i.d.R. werden 5 – 10 Cent pro Kilowattstunde für Windstrom genannt. Photovoltaik liegt da noch im 30-40 Cent Bereich. Zur Info: Pro kWh zahlen wir Stromkunden ca. 20 Cent (jedoch inklusive Steuern und Netz/Versorger-Gebühren). Keine andere erneuerbare Energieform kann auf derartige niedrige Kosten bei gleichzeitig hoher Erweiterbarkeit verweisen.

=== AUFWIND ===
Potentiale bieten sich für Nordex vor allem in den angekündigten Engagements in USA und im Offshore Bereich. Weil in Deutschland langsam die geeigneten Plätze für neue Windkraftanlagen knapp zu werden scheinen, ist Internationalisierung Pflicht. Aber da wir Deutschen gute Maschinenbauer und Exporteure sind, ergeben sich hier gute Voraussetzungen.

Zu guter Letzt sollte man die Möglichkeit einer Übernahme durch Vestas bzw. eine Fusion im Auge behalten. Jetzt, da die Kurse niedrig sind, lohnt sich das für alle Beteiligten. Nordex hat seinen Sitz in Norderstedt nördlich von Hamburg, Vestas im gerade mal 350km entfernten Randers in Dänemark. Es wäre doch eine tolle Perspektive, wenn sich beide zu einem deutsch-dänischen Top-Unternehmen zusammenschließen würden und die globale Führungsrolle einnehmen (bzw. ausbauen).

P.S. In meinem neuen Portfolio werde ich Nordex auch wieder stark berücksichtigen. Mehr noch: Ich halte auch privat Nordex-Aktien und wenn die Kurse weiter nachgeben, wird nochmal nachgekauft.

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Nordex Aktie
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Investor
Peb
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