Kommentar zur Aktie Sartorius Vz

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Am 03.09.18
von armericanoo
zu Sartorius Vz

Laborausrüster setzt "Rekordjagd" nach starkem Ausblick nahezu ungebremst fort

HEADLINE:

Der niedersächsische Laborausrüster aus Göttingen schraubt seine Prognose nach bärenstarken Zahlen weiter nach oben. Die Anteilsscheine setzen daraufhin ihren Höhenflug fort.


Die stoische Geduld der Anlegerschaft hat sich bei Sartorius mehr als ausgezahlt: Wer vor 15 Jahren in den deutschen Laborausrüster sein Geld investiert hat, der zählt heute zu den großen Gewinnern. Während der Umsatz seither um knapp 220% zugelegt hat, explodierten die Gewinne förmlich um 2.775%. Infolge einer solch fulminanten operativen Entwicklung vollzog der Sartorius-Aktienkurs im gleichen Zeitraum regelrechte "Bocksprünge". Allein seit Jahresbeginn verdoppelten sich die Papiere. Beim Blick auf den Langfristchart dürften dem ein oder anderen Anleger wohl Freudentränen in die Augen getreten sein. War die Aktie vor gut fünfzehn Jahren noch für unter 1,50 Euro zu haben, so müssen jene jetzt bereits 156 Euro/Aktie auf den Tisch legen. Nach dieser sensationellen Entwicklung steht der Aktie nun der Sprung in den M-DAX bevor.


1.) SARTORIUS - Göttinger Traditionsunternehmen zählt zu den Weltmarktführern

Die 1870 gegründete Sartorius AG zählt heute zu den weltweit führenden Zulieferern der Biopharma- und Laborbranche und beschäftigt mittlerweile über 6.000 Mitarbeiter. Deren Lösungen tragen maßgeblich dazu bei, dass komplexe und qualitätskritische Prozesse in der Produktion wie im Labor effizienter umgesetzt werden können. Zum Portfolio gehören Produkte in den Bereichen Zellkulturmedien, Fermentation, Zellernte, Pufferlösungen sowie Laborinstrumente wie Pipetten und Verbrauchsmaterialien. Darüber hinaus produziert Sartorius aber auch Industriewaagen für diverse Anwendungen in der Chemie-, Pharma- und Nahrungsmittelindustrie.


2.) SARTORIUS - Marktbeherrschende Position in Nischenmärkten

Dabei ist die Markstellung des Konzerns wirklich sehr beeindruckend. Bei Produkten und Technologien zur Herstellung von biologischen Medikamenten ist Sartorius bereits weltweit führend. Über 85% vom Umsatz werden aus Positionen als Nr. 1-3 generiert; annähernd 75% davon sind wiederkehrend. So ist Sartorius weltweit die Nr. 1 bei "Fermentation" und "Fluid-Management", die Nr. 3 bei "Filtration" und war einer der wichtigsten Vorläufer in der "Einwegtechnologie", welche kontinuierlich Marktanteile hinzugewinnt. Bei Laborwaagen - dem Ursprung des Unternehmens - ist Sartorius weltweit die Nr. 2, neben der Nr. 4 bei Pipetten, Nr. 3 bei Laborfiltration und Nr. 2 bei membrangestützten mikrobiologischen Analysen.

Nach einer vorrübergehenden Wachstumsstagnation im vergangenen Geschäftsjahr drücken die Göttinger nun wieder verstärkt auf die Tube. So kletterten die Erlöse im ersten Halbjahr um 8% auf 759 Millionen Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich auf rund 190 Millionen Euro. Das entspricht immerhin einen Zuwachs von fast 10%. Unterdessen legte das bereinigte Ergebnis auf knapp 80 Millionen Euro zu. Das entspricht einem Zuwachs von 14,2% und einer Gewinnmarge von 10,5%.


3.) SARTORIUS - Firmenboss legt die Messlatte nun höher

Nach der starken Geschäftsperformance im 1. Halbjahr 2018 revidiert Sartorius-Firmenchef, Dr. Joachim Kreuzburg, die zu erwartenden Betriebsergebnisse um einiges nach oben. Im Gesamtjahr soll der Umsatz jetzt um etwa 12 bis 15% klettern. Davor war das Sartorius-Management noch von einer Steigerung um die 9 bis 12% ausgegangen. Besonders imposant erscheint mir dabei die Langfristplanung: Bis zum Jahr 2025 will der Sartorius-Chef die Erlöse seines Unternehmens auf rund 4 Milliarden Euro steigern. Zum Vergleich: Das wäre fast eine Verdreifachung der Umsätze im Vergleich zum Geschäftsjahr 2017, als der Spezialist für Laborausrüstung noch einen Umsatz in Höhe von 1,4 Milliarden Euro in seiner Bilanz auswies.


Mein FAZIT:

Nach der jüngsten, sehr beeindruckenden Kursrally liegt der Börsenwert von Sartorius mittlerweile bei etwa 10 Milliarden Euro. Auch wenn der Aufstieg in den MDAX damit so gut wie sicher ist, erscheint mir der momentane, nicht wirklich enden wollende Höhenflug der Aktie etwas bedenklich. Zugegeben: Es handelt sich bei dem niedersächsischen Unternehmen um eine exzellent geführte Firma mit einer herausragenden Marktposition, aber dennoch erscheint mir die Bewertung der Aktie mit einem KGV von stolzen 55 ausgesprochen ambitioniert zu sein. Größere Enttäuschungen kann sich der deutsche Technologiekonzern auf diesem Niveau jedenfalls keine leisten. Das sehen im übrigen auch die Analysten so: Von 29 an der Zahl, die sich in schöner Regelmäßigkeit eingehend mit dieser Aktie befassen, rät derzeit gerade einmal einer zum Kauf der Aktie. Meines Erachtens ist das Rückschlagspotential der Sartorius-Aktie jedoch begrenzt auf 130 Euro (aktueller Kurs: 155,50 Euro), einer Marke, bei der laut der Charttechnik eine stärkere Widerstandslinie verläuft, von wo aus sich die Aktie dann aber vermutlich zu neuen Allzeithochs aufschwingen wird.
Anmerkungen
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Sartorius Vz Aktie
Kurs: 226,00€     +1,8% vs. Vortag
Kursentwicklung 3 Monate (Graue Fläche = DAX)  
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armericanoo
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