Kommentar zur Aktie Rio Tinto

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Am 04.10.18
von OTOberst
zu Rio Tinto

US FED warnt vor Inflation

Letzte Woche Mittwoch dem 26.September 2019, war die mit Spannung erwartete letzte Sitzung der FED. Wie erwartet kam es zur weiteren Zinserhöhung. Es wurde auch bestätigt, dass die Inflation "weiter droht", was weitere Zinserhöhungen für Dezember 2018 und 2019 andeutet und damit den begonnenen Zinserhöhungszyklus bestätigt. Lange ist es her, seit der letzte Zyklus begann.
Begonnen bedeutet, dass wir auch in den USA erst am Anfang der Zinswelle stehen, wie die Andeutungen der FED nahelegen. Die Wirkung auf die Wirtschaft über die Konsumenten ist klar: schon jetzt arbeiten viele US Bürger auf 2 oder 3 Arbeitsstellen, um die steigenden Kreditzinsen auszugleichen.

Warum sollte nun Rio Tinto auf die US-FED Zinswelle reagieren und was ist die Wirkung auf das Rio Tinto Geschäftsmodell?

Zur Erinnerung:
Zunächst gilt, dass die Rohstoffe von Rio Tinto zwar in erster Linie Industrie Rohstoffe sind, aber dass auch gilt: Metalle lassen sich leicht lagern und schützen vor Kaufkraftverlust des Geldes.
Als Investment stehen Metalle damit im Wettbewerb zu anderen Assetklassen.

Der von der US FED ausgehend steigende Notenbank Zins hat nun aber eine starke Wirkung auf die Realwirtschaft und somit erhebliche Auswirkungen auf die Vermögensklassen Anleihen, Aktien und Immobilien - und wirkt damit auch auf die Metalle von Rio Tinto.

Wirkung steigender Zinsen auf Anleihen:
steigende Zinsen führen zu fallenden Kursen für die Anleihen. Anleger gehen somit eher in Kurzläufer.
Um Verluste mit Altanleihen zu vermeiden, werden diese eher abgegeben. Die Nachfrage nach Anleihen geht während der Phase des Zinsanstiegs eher zurück.

Wirkung steigender Zinsen auf Aktien:
Die Finanzierung des Geschäfts wird für die Firmen teurer. Refinanzierungen werden schwieriger. Gleichzeitig wird die Nachfrage der Konsumenten gedämpft, da Kredit finanzierte Käufe durch höhere Zinsen teurer werden. Die Gewinnmarge der Aktiengesellschaften sinkt. Firmen, die das durch Preiserhöhung ausgleichen können, befeuern damit die Inflation - und verstärken den steigenden Zins.

Wirkung steigender Zinsen auf Immobilien:
Höhere Zinsen für Hauskredite dämpfen die Nachfrage nach Häusern und Immobilienkrediten. Hauspreise für existierende Objekte werden dadurch eher zurückgehen. Es wird weniger gebaut und die Mieten steigen.

Resultat: steigende Zinsen dämpfen die Wirtschaft. Anleger reagieren mit Geldabzug aus den gefährdeten Vermögensklassen. Damit stellt sich aber die Frage für den aktiven Anleger:
wo das Geld parken, bis die Talsohle erreicht ist? Alles in Cash, Bitcoin, oder wie?
Die Antwort ist: Zunächst fließt Liquidität in unterjährige Kurzläufer - aber - und da sind wir bei Rio Tinto - Teile der Liquidität fließen auch in Metalle.
Da der Markt "Metalle als Anlage" nun aber - im Verhältnis zum Anleihe-, Aktien- und Immobilienmarkt - eher klein ist, führt dieses Umschichten aus den durch Zinsanstiege belasteten Vermögensklassen zum Preisanstieg - mit entsprechender Wirkung auf Rio Tinto.
Zusätzlich drohen noch die bekannten geopolitischen Risiken, von US Präsident Trump, Iran, Russland, China (Handelskrieg, Südchina Meer, Taiwan), Jerusalem, Syrien (Türkei-USA), ... bis zur ungebremst steigenden USA Staatsverschuldung (Dauerthema Verschuldungsobergrenze in USA), wodurch noch zusätzlich die "Flucht in Metalle" zum Vermögensschutz gefördert wird.
Natürlich kann man jetzt warten, bis die Inflation auch in den Medien und an der Ladenkasse erkennbar ist - oder aber man agiert auf die bereits erkennbaren Inflations Signale im Vorfeld, um einen höheren Ertrag zu generieren.
Anmerkungen
OTOberst am 23.10.18 09:17 Uhr
...und jetzt verstärkt sich noch die Konfrontation USA - China. Da gilt: "Kapital ist scheu wie ein Reh" kann es heftig werden.
Der obige Kommentar spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider. Informunity übernimmt dafür keine Haftung.
Rio Tinto Aktie
Kurs: 42,48€     +1,4% vs. Vortag
Kursentwicklung 3 Monate (Graue Fläche = DAX)  
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