Kommentar zur Aktie Tesla

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Am 10.12.18
von armericanoo
zu Tesla

Läuft es zurzeit wirklich "rund" beim kalifornischen E-Auto-Avangardisten?

KURZ & BÜNDIG:

Der kalifornische Elektroautopionier gedenkt, in Europa so richtig Gas zu geben!


Am Tesla-Papier scheiden sich zunehmend die Geister: Während die Optimisten auf die schillernde Zukunft durch die zunehmende Verbreitung von Elektroautos verweisen, monieren die Pessimisten diesbezüglich die Überbewertung der Firma. Immerhin bringt es der US-Konzern inzwischen auf einen Börsenwert von sage und schreibe 60 Milliarden US-Dollar. Damit ist Tesla mehr wert als GM, BMW oder eine Daimler. Im Vergleich zum Wolfsburger VW-Konzern bringt der Elektroautopionier sogar das Doppelte an Marktkapitalisierung auf die Waage.

Mit einem Weltmarktanteil von 11% liegt Tesla nicht nur gleichauf mit dem chinesischen Autohersteller BYD, sondern ist international auch noch führend in der Elektromobilität. Dennoch dominieren bislang noch immer horrende Verluste das Tesla-Geschäftsmodell.

Kurzporträt:

Tesla entwickelt und vermarktet hochwertige Sportwagen auf Elektrobasis. Überdies entwickelt und produziert der Fahrzeughersteller auch elektrische Antriebskomponente. Darüber hinaus stellt Tesla auch die dazu benötigten Ladestationen bereit, sogenannte "Supercharger". Damit kann das Model S innerhalb weniger Minuten vollständig aufgeladen werden. Außerdem ist der Tech-Konzern aus dem US-kalifornischen San Carlos auch an der Entwicklung von Batteriesystemen und Antrieben tätig.

Mit dem Stromspeichersystem "Powerwall" nimmt Tesla einen Energiespeicher für den Haushalt in sein Produkt-Portfolio auf. Der Speicher funktioniert wie ein Akku, der Solarstrom oder günstigen Nachtstrom speichert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgibt. Zudem plant Tesla derzeit den Bau einer gigantisch großen Batteriefabrik in Nevada. Überdies hat der Konzern bereits vergangenen Sommer die Ökostromfirma "SolarCity" für 2,6 Milliarden US-Dollar übernommen.

Nun also gedenkt der Elektroauto-Spezialist vor allem in Europa so richtig Gas zu geben: Ab Februar 2019 soll das Model 3 (endlich!) auch nach Europa ausgeliefert werden. Zunächst soll jedoch – ähnlich wie zum Start in den USA – eine besser ausgestattete Version davon mit einer leistungsstärkeren Batterie sowie einem verbesserten Allradantrieb zu einem Preis ab 57.900 Euro verfügbar sein. In dem Zusammenhang ist es gut zu wissen, dass Tesla mit dem Model 3 den Massenmarkt zu bedienen gedenkt. Vor Steuern und mit sogenannten "Kaufanreizen" soll das E-Fahrzeug dann ab einem Grundpreis von 35 000 US-Dollar in USA zu haben sein. Wer bislang einen Tesla fahren wollte, der bekam das günstigste Modell in Amerika für stolze 45 000 US-Dollar.

Vor einigen Tagen liess das Tesla-Management kolportieren, dass erstmals 1.000 "Model 3"- Fahrzeuge an einem Tag hergestellt werden konnten. Bis dato galt ja gerade die labile Produktion als Teslas eigentliche "Achillesferse". Viele Zulieferer beklagten sich über eine mieserabele Planbarkeit in Bezug auf die Nachfrage beim E-Kultpionier. Langfristig will Firmenchef Elon Musk immerhin 10.000 Produktionseinheiten/Woche vom Band laufen lassen.

Zuletzt konnte der Konzern auch operativ einen "Silberstreif am Horizont" vermelden: Bei einem Rekordumsatz von 6,8 Milliarden US-Dollar erreichte Tesla zum zweiten Mal in der Firmengeschichte die Gewinnzone (312 Millionen US-Dollar). Möglich wurde das überraschend gute Ergebnis im 3. Quartal durch die rasant angestiegene Anzahl der Auslieferungen des "Model 3".



Mein FAZIT:

Und dennoch zeigen sich die Analysten in Sachen Tesla auch weiterhin skeptisch. Getreu dem Motto, „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“, liegt deren durchschnittliches Kursziel für die Tesla-Aktie bei lediglich 322 US-Dollar. Das dürfte wohl vor allem mit der ohnehin mehr als sportlichen Bewertung der Anteilsscheine zusammenhängen. Momentan kostet der kalifornische Tech-Konzern mehr als das 50-Fache der zu erwartenden Unternehmensgewinne für das kommende Geschäftsjahr. Da drängt sich mir förmlich folgender Vergleich auf: Die deutschen Autohersteller (BMW, Daimler, VW) handeln momentan nur mit dem 5 bis 7-fachen ihrer Gewinnerwartungen. Ob sich der Bewertungsaufschlag von Tesla auch langfristig halten lässt, bleibt abzuwarten. Inpunkto Gewinnmargen kann sich Tesla also durchaus noch so einiges bei den konventionellen Automobilproduzenten abschauen. Und trotzdem hat sich eine Tesla in letzter Zeit erstaunlich robust an der Börse präsentiert, indem sie gegen den allgemeinen Börsentrend bei den Tech-Werten bereits vor wenigen Tagen ein neues Jahreshoch bei 325 Euro markieren konnte. Aktuell notiert die Tesla etwas darunter bei etwa 313 Euro. Doch sollten die positiven Meldungen über die geplanten Produktionseinheiten weitergehen, so könnten wir bei der Aktie schon bald wieder das All-Time-High vom 23.06.2017 bei 343,70 Euro in Angriff nehmen.


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