Kommentar zur Aktie Siemens

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Am 13.05.19
von Ced999
zu Siemens

Wird die Neuausrichtung erfolgreich sein?

Konzernchef Joe Kaeser baut den Traditionskonzern weiter grundlegend um. Geschäftsbereiche wie die Energiesparte werden ausgegliedert, man fokussiert sich auf den vielversprechenden Digitalbereich. Wird sich diese Strategie in Zukunft auszahlen oder ist die Revolution zu radikal?

Siemens ist mit einem Umsatz von 83 Milliarden Euro (2018) und 379.000 Mitarbeitern eines der Schwergewichte im DAX. Wie andere geschichtsträchtige Unternehmen auch leidet der 1847 gegründete Konzern lange einer zu komplizierten und nicht mehr zeitgemäßen Struktur. Dies will Kaeser seit 2013 Vorstandsvorsitzender mit der Unternehmensstrategie „Vision 2020+“ ändern. Die einzelnen Geschäftsbereiche sollen deutlich mehr Freiheiten erhalten wodurch schneller und gezielter auf Entwicklungen in den jeweiligen Märkten reagiert werden kann. Weniger zukunftsträchtige Sparten wie die Kraftwerkstechnik sollen abgespalten werden, an ihnen will man in Zukunft nur noch Beteiligungen halten. Zusätzlich plant Kaeser eine deutlich einfachere Unternehmensverwaltung wodurch die Kosten in den nächsten Jahren um bis zu 2,2 Milliarden Euro sinken sollen.

Zusammenfassend soll aus einem trägen Riesen ein schlankes sowie zukunftsorientiertes Unternehmen entstehen welches seinen Kern von der Energietechnik zur Industriedigitalisierung verlagert.
Ab Herbst 2020 wird das operative Geschäft ausschließlich aus den beiden Bereichen „Smart Infrastructure“ und „Digital Industries“ bestehen.


--Smart Infrastructure (SI)--

Der Geschäftsbereich Smart Infrastructure entwickelt neue Lösungen um die Infrastruktur ins digitale Zeitalter zu befördern. Die immensen Datenmengen welche heutzutage zur Verfügung stehen sollen durch intelligente Verarbeitung zur optimalen Nutzung der Ressourcen beitragen und so die Umwelt deutlich weniger belasten.
Smart Infrastructure bietet unter anderem Produkte für die Mittelspannungsverteilung sowie die Niedrigspannungsverteilung an und ist in diesen Bereichen Marktführer.
Bis 2023 sollen in diesem Bereich ca. 3000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, besonders nachgefragt sind Softwareentwickler.


--Digital Industries (DI)--

Der Unternehmensteil Digital Industries bietet Produkte zur Digitalisierung der Prozesse von Industrieunternehmen an. Durch den Einsatz dieser Produkte ist der Kunde in der Lage in Echtzeit den Status seiner Anlage zu verfolgen und so schnell und effizient auf eventuelle Probleme zu reagieren, wodurch Stillstandszeiten minimiert werden können.
Digital Industries arbeitet in einem sehr lukrativen und stark wachsenden Markt, Gewinnmargen von rund 20 Prozent sind nicht unüblich.
Bin der nächsten vier Jahre sollen bei DI 7000 neue Arbeitsplätze entstehen, auch hier werden die meisten Softwareentwickler sein.


-Fazit-

Siemens ist meiner Meinung nach sehr gut für die Zukunft aufgestellt. Durch die fundamentale Neuausrichtung des Unternehmens ist es CEO Kaeser gelungen aus dem Mischkonzern ein fokussiertes Unternehmen zu formen welches in vielversprechenden Märkten tätig ist.
Eine Zerschlagung aufgrund des Drucks der Investoren, wie sie anderen Großkonzernen droht, ist somit nahezu ausgeschlossen.
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