Kommentar vom 19.08.19
InvestorEcon
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New Work – trifft eine Rezession besonders hart?
I) Zusammenfassung

In den vergangenen Jahren befand sich New Work – hauptsächlich bekannt als XING- auf beeindruckendem Wachstumskurs. Die Plattform XING nimmt als berufliches Netzwerk zweifelsohne eine markführende Position in der DACH Region ein und verzeichnet zum Ende des zweiten Quartals 17,5 Millionen Mitglieder (inkl. XING Content). Trotz heftiger Kursverluste in den vergangenen Wochen ist New Work (nachfolgend XING) mit einer gegenwärtigen Marktkapitalisierung von 1,5 Milliarden EUR zu einem Umsatz Multiple von ca. 6 und einem EbITDA Multiple von 19 bewertet. (Run rate)
Auch in der gegenwärtigen Bewertung spiegeln sich somit signifikante Wachstumserwartungen wider. Sollten diese nicht erfüllt werden ist mit weiteren deutlichen Kursverlusten zu rechnen.


II) Monetarisierungsstrategie


Der wichtigste Revenue Stream liegt im B2B Bereich, genauer gesagt im E-Recruiting. Dieser stellt einen wichtigen Teil des Gesamtumsatzes (2018: 46%) dar und konnte in den vergangenen Jahren großes Wachstum verzeichnen. XING profitiert hier von klassischen Netzwerkeffekten in der DACH Region (mehr User => Attraktivität für Recruiter steigt => verstärktes E-Recruiting => mehr Umsatz für XING). Ein wichtiger Teil der impliziten Bewertung ist somit das zukünftige Wachstum in diesem Segment. Eine Abkühlung der konjunkturellen Rahmenbedingungen, wie es sich gegenwärtig andeutet, wird selbstredend auf den Arbeitsmarkt überschwappen. Ein Rückgang in diesem B2B Geschäftszweig würde XING somit den Wind aus den Segeln nehmen und könnte zu empfindlichen Kursreaktionen führen.

Die Umsätze im B2C Bereich werden hauptsächlich durch kostenpflichte Mitgliedschaften realisiert. Basierend auf den Zahlen des Gesamtjahrs von 2018 ist die Conversion hin zur Premium Mitgliedschaft jedoch -wenig überaschend- gering: Von 15 Nutzern ist lediglich einer bereit für eine Premium Variante zu bezahlen. Diese Conversion hat sich im Zeitverlauf sogar verschlechtert, sprich die Anzahl der Premium User wuchs weniger stark als die Gesamtzahl der User. Bereits im Geschäftsjahr 2018 stieg der Umsatz aus diesem Segment im Vergleich zum Vorjahr nur um 11% und stellte mit 99.9 EURm knapp 43 Prozent des Gesamtumsatzes dar.


III) Prognose


Die Tatsache, dass das Geschäftsmodell von New Work konjunkturabhängig ist, dürfte selbstverständlich nur für die wenigsten erstaunlich sein. Die – trotz Kursverlusten- hohe Bewertung an der Börse preist jedoch weiterhin vergleichsweise hohe Topline Wachstumserwartungen in den Kurs ein. Die Zyklizität des B2B-Geschäfts und die nur langsam wachsenden 'Upsell-Erlöse' im B2C Segment machen mich jedoch skeptisch, dass die hohen Multiples gerechtfertigt sind. Die weite Verbreitung und marktbeherrschende Stellung von LinkedIn innerhalb, aber vor Allem außerhalb, der DACH Region macht eine geographische Expansion zudem unrealistisch.
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