Kommentar zur Aktie Daimler

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Am 21.11.19
von Gurkentrader
zu Daimler

Wie Daimler und Co. in die SUV-Falle tappen

Das SUV ist mit 51% der segmentspezifischen Werbeausgaben der deutschen Autokonzerne das meistbeworbene Fahrzeug, und es gibt das Sport Utility Vehicle in etlichen Größenordnungen - vom Small-Size-SUV über das Mid-Size- und Kompakt-SUV bis hin zum Full-Size-SUV.
Alle sind sie große und schwere Fahrzeuge. Das SUV macht knapp 44% des BMW-Absatzes und 40% des Audi- sowie 32% des Mercedes-Absatzes aus. Auch bei Volkswagen spielt das SUV mit einem Anteil von 27% am Absatz eine große Rolle.
Insofern ist die ständig für dieses große Vehikel gerührte Werbetrommel doch nachvollziehbar - oder nicht?
Grundsätzlich ja, jedoch nicht auf längerfristige Sicht. Denn die SUVs verlieren mit ihrem stetigen Wachstum immer mehr an Windschnittigkeit, nehmen an Masse zu und somit letztlich auch an Energieeffizienz ab. Doch ist das über die nächsten Jahre, welche im Zeichen ständig neuer Emissionsgrenzen, höherer Strafen, Musterfeststellungsklagen und des Klimawandels stehen, überhaupt profitabel? Wohl kaum.
Währenddessen will sich Elon Musk mit einer milliardenschweren Fabrik für die Produktion seiner Tesla-Elektrowagen in Brandenburg niederlassen und sich den in Deutschland weitgehend daliegengelassenen Markt für Elektromobilität erschließen.
Die für die deutschen Autokonzerne profitablen SUVs blasen bis zu 261 Gramm CO2 im Falle des Porsche Cayenne Coupé und rund 200 Gramm CO2 im Falle des BMW-Flaggschiffs X7 pro Kilometer in die Luft. Und das, obwohl bereits ab 2020 der durchscnittliche Verbrauch aller in Europa verkauften Autos eines Herstellers auf 95 Gramm pro Kilometer gedrosselt werden muss.
Und auch Elektro-SUVs sind wohl kaum eine Lösung, denn ihre Batterien kommen aufgrund der hohen Anforderungen an sie auf 700 Kilogramm und verbrauchen gut und gerne das doppelte an Energie wie herkömmliche Kompaktwagen.
Und auch das Argument der Nachfrage, die den Markt bestimmt, trifft so nicht ganz zu, da der Anteil der SUVs an den Neuzulassungen bei rund einem Drittel liegt, während 51% der segmentspezifischen Werbeausgaben in das Bewerben der SUVs fließen. Aufgrund des hohen Unterschieds dieser Anteile lässt sich viel mehr auf eine durch hohe Marketingausgaben gepushte Nachfrage schließen. Schließlich sind SUVs sehr margenträchtige Fahrzeuge.
Ein weiteres Problem offenbart sich, betrachtet man die Produktionsstandorte der SUVs: Während die SUVs von BMW und Daimler im Süden der USA beinahe gewerkschaftsfrei, mit "flexiblen Arbeitszeiten" sowie günstigen Löhnen produziert werden und Audi seinen Q3 in Ungarn, den Q5 in Mexiko und den Q7 in der Slowakei bauen lässt, haben die heimischen Produktionsstätten das Nachsehen mit ihren Kompaktwagen und Limousinen.
Doch aufgrund der geringeren Anteile der beiden Letzteren am Absatz, wird in Sachen Klimabilanz und Strafzahlungen an Brüssel hierzulande abgerechnet.

Somit lässt sich im Fazit sagen, dass die deutsche Autobranche dringend einen Umbruch wagen und sich vom SUV entfernen muss. Sie muss lernen, Elektroautos zu vermarkten und dem Kunden schmackhaft zu machen. Anderenfalls wird sie in den nächsten Jahren in einen Teufelskreis aus Strafzahlungen und SUV-Produktion geraten, der sich auf jeden Fall schwächend auf die Konzerne auswirkt und den zukünftigen Markt, die SUV-freie Elektromobilität, ausländischen Hersteller überlässt.
Anmerkungen
Gurkentrader am 01.12.19 13:36 Uhr
Jeder hat mal klein angefangen und muss erst üben und sich ausprobieren. Zwar würde ich mich über konstruktive Kritik freuen. Schade nur, wenn man dann einen solchen Kommentar bekommt, der keinen Sachinhalt enthält.
armericanoo am 24.11.19 16:33 Uhr
Wenn ich solche "Kommentare" lese, frage ich mich wirklich, was den "Verfasser" desselben dazu veranlasst haben mag, etwas zu tun, wozu ihm jedwedes Talent fehlt! Vielleicht sollte man hier noch die Rubrik "Talentfreiheit" einführen...
Der obige Kommentar spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider. Informunity übernimmt dafür keine Haftung.