Kommentar zur Aktie Drägerwerk

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Am 09.03.20
von armericanoo
zu Drägerwerk

Beweist der Aktienkurs des Medizintechnikkonzerns auch weiterhin relative Stärke?

Liebe Börsenfreunde,

zurzeit findet man recht wenige Aktien auf dem deutschen Kurszettel, die sich gegen den erschreckend schwachen Markttrend behaupten können. Zu eben jenen rühmlichen Ausnahmen zählt das Papier des Medizintechnikspezialisten Drägerwerk.

Seit Beginn des Ausverkaufs am 19. Februar, welcher schon fast panische Züge angenommen hat, hielt sich die Dräger-Aktie deutlich besser als der so arg gebeutelte Gesamtmarkt. Dabei stellt sich die kontinuierliche Coronavirus-Krise als Fluch und Segen zugleich dar: Während die Nachfrage nach Schutzausrüstung stark zugelegt hat, könnten die langfristigen gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen allerdings die Nachfrage nach anderen Produkten und Dienstleistungen unter Druck bringen.


Drägerwerke – Familientradition und breite Produktpalette

Das Traditionsunternehmen wurde bereits 1889 im Schleswig-Holsteinischen Lübeck gegründet. Mittlerweile leitet dort die fünfte Generation die Firmengeschicke. CEO ist seit Juli 2005 Stefan Dräger. Die gleichnamigen Werke beschäftigen insgesamt 11290 Mitarbeiter. Überdies befindet sich noch immer ca. 71% des Aktienkapitals in Familienbesitz.

Die Drägerwerke entwickeln, produzieren und veräußern Geräte und Systeme in den Bereichen Medizin- und Sicherheitstechnik. Zu den Kunden des Lübecker Unternehmens zählen Krankenhäuser, Feuerwehren, Rettungsdienste, Behörden, Militär, Bergbau sowie die Industrie. Dabei ist die angebotene Produktpalette ausgesprochen vielfältig: Zu den Handelswaren gehören Anästhesie-Arbeitsplätze, Beatmungsgeräte, Patientenmonitoring und Gerätschaften für die Versorgung von Neugeborenen - speziell für sogenannte „Frühchen“.

Darüber hinaus bietet das Unternehmen auch IT-Lösungen für den OP und Gasmanagementsysteme an. Im Bereich Sicherheit versorgt das Unternehmen ihre Kundschaft aber auch mit Atemschutzausrüstungen, Gasmesssystemen, Tauchtechnik oder Alkohol- und Drogenmessgeräten.


Drägerwerke - Coronavirus sorgt für Nachfrageschub

Momentan profitiert der Konzern noch von der „Corona-Krise“: Die steigende Nachfrage nach Schutzausrüstungen und Beatmungsgeräten für Krankenhäuser beflügelt regelrecht das Geschäft. Allerdings wird Firmenboss Stefan Dräger in diesem Zusammenhang nicht müde, auf die gestiegene Unsicherheit zu verweisen, die eine fortschreitende Ausbreitung des Virus mit sich bringt. Die dadurch entstehenden Auswirkungen auf die „Lieferketten“ sind bislang noch gar nicht absehbar.


Drägerwerke – Moderates Umsatz-/Ergebnisplus in 2019

Im vergangenen Geschäftsjahr konnten die Drägerwerke wieder ein Wachstum einfahren: Die Umsätze kletterten um 4% auf 2,79 Milliarden Euro, während die Vorsteuergewinnmarge aber mit 2,4% auf Vorjahresniveau verharrte. Unter dem Strich konnte somit noch ein Vorsteuergewinn von 67 Millionen Euro ausgewiesen werden.


Mein FAZIT:

Bärenstark lief bei den Lübeckern das Geschäftssegment Sicherheitstechnik, welcher sich immerhin für 37% des Gesamtumsatzes verantwortlich zeigte und damit ein Umsatzwachstum von 9,1% auf 1,04 Milliarden Euro erreichte. Allerdings war die EBIT-Marge mit 5,1% rückläufig (2018: 5,9%). Im Bereich Medizintechnik jedoch verbesserte sich die Vorsteuergewinnmarge auf 1,74 Milliarden Euro Umsatz um 0,4% auf jetzt 0,8%. Gut zu wissen: Bei den Drägerwerken wird die Medizintechniksparte gerade umstrukturiert. Finanzchef Gert-Hartwig Lescow rechnet daher dort in den nächsten Quartalen mit einer weiteren, spürbaren Verbesserung.  

Für das laufende Geschäftsjahr hält das Drägerwerk-Management an seinem zuletzt kolportierten Zielen fest. Die Gesellschaft rechnet mit einem währungsbereinigten Umsatzanstieg zwischen 1 und 4%. Die EBIT-Marge wird ebenso in einer Bandbreite zwischen 1 und 4% erwartet.

In einem sehr vom Coronavirus und dem Ölpreisverfall bestimmten Börsenhandelstag verlor jedoch auch eine Dräger-Aktie heute 5,4% an Wert und notiert momentan bei etwa 51 Euro. Von einem Börsenengagement in dieses Papier rate ich derzeit allerdings strikt ab, da keiner genau weiß, wohin die Reise der Weltbörsen mit der o. g. Hypothek in den kommenden Wochen bzw. Monaten noch steuern wird. Der Crash verdächtige Kurseinbruch des Dax zum heutigen Wochenauftakt um die 8% lässt jedenfalls für die nächste Zeit dort nichts Gutes erahnen.

Abschließend noch ein Tipp: Wer das Risiko nicht scheut, der könnte es in der derzeit vorherrschenden „Baisse“ ja auch einmal in Erwägung ziehen, auf fallende Kurse zu setzen. Eine Überlegung ist dies allemal wert, oder?


Wünsche allen auch weiterhin ein "glückliches" Händchen beim Investieren!*


*An dieser Stelle sei noch ausdrücklich erwähnt, das ich keinerlei Haftung für meine Aktienempfehlungen übernehme, sie sind also alle wertfreier Natur. Jeder, der ihnen dennoch folgt, handelt also komplett auf eigenes Risiko!

Anmerkungen
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Drägerwerk Aktie
Kurs: 70,65€     +5,0% vs. Vortag
Kursentwicklung 3 Monate (Graue Fläche = DAX)  
Investor
armericanoo
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Rangliste
406. Rang
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Performance
IPQ 184
Aktien-Portfolios von armericanoo haben sich im
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