Kommentar vom 17.12.10
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Was läuft da zwischen VW und Alfa Romeo?
Die Gerüchte-Küche brodelt! VW liebäugelt mit dem italienischen Autobauer Alfa-Romeo – ein Umstand, den die Italiener eigentlich gar nicht so gerne sehen...
VW-Chef Ferdinand Piëch macht seit Längerem keinen Hehl daraus, dass ihm die Italiener sehr gefallen: „Alfa-Romeo ist eine der attraktivsten Marken der Welt!“
Jetzt bekommen die Übernahmespekulationen neue Nahrung: Eine hochrangige VW-Delegation soll Presseberichten zufolge vor einiger Zeit nach Italien gereist sein, um dort mit Alfa-Eigentümer Fiat über einen Verkauf zu diskutieren!
Zwar haben beide Autokonzerne sofort dementiert, dass es Gespräche gegeben habe. Doch Insider stellten in der „Financial Times Deutschland“ („FTD“) unlängst klar: Die Wolfsburger haben bei Fiat zum Thema Verkauf vorgefühlt!
Fakt ist: Obwohl Fiat bereits 1986 Alfa-Romeo übernommen hat – so richtig glücklich ist der Turiner Autobauer mit der in die Jahre gekommenen Glamour-Marke nie geworden.
Immer wieder gab es neue Anstöße, die Marke von Grund auf zu sanieren. Doch meist blieb der Aufschwung im Sande stecken, Fiat war mehr um seine eigene Sanierung bemüht.
Lediglich um die Jahrtausendwende erlebte die Marke ein kurzes Hoch, im Jahr 2001 verkaufte Alfa mehr als 200 000 Autos.
Doch danach passierte nicht mehr viel: Die Verkaufszahlen gingen wieder zurück, im Jahr 2010 sind es noch 120 000 Autos. Zum Vergleich: Audi bringt das in etwas mehr als einem Monat zustande.
In der Wirtschaftszeitung „Capital“ kritisiert Auto-Experte Stefan Bratzel das Management von Fiat: „Unter Fiat wurde Alfas Kern als Sportwagenmarke ausgehöhlt, durch uniforme Gleichteile, schwere Plattformen, schlechte Motoren. Mit den alten Markenwerten haben heutige Modelle nichts gemein.“
WAS IST DAS BESONDERE AN ALFA-ROMEO?
Der Glamour der Marke leitet sich aus ihrer ruhmreichen Vergangenheit ab:
1910 in Mailand gegründet, versteht es Alfa-Romeo sehr früh, Spitzentechnologie und Leistungsstärke mit elegantem Design zu verbinden. Vor allem in den 1930er-Jahren waren die edlen Sportwagen der Marke das Maß aller Dinge im Motorsport.
In den 50ern und 60ern dann der Aufstieg zur absoluten Kultmarke:
Die Serienmodelle Giulietta, Giulia oder der Spider erlangen Weltruhm. Fast kein Kino-Film, dessen Handlung in Italien spielt, kommt in dieser Zeit ohne eine Alfa-Romeo aus.
Romy Schneider, Al Pacino, Dustin Hoffmann – die Stars hinterm Alfa-Lenkrad verleihen der Marke Glamour.
Doch in den 70ern folgt der Niedergang: Die Wagen werden kantiger, plumper – und damit auch austauschbarer. Letzter Ausweg: Der Verkauf an Fiat im Jahr 1986.
FIAT-CHEF WILL ES SELBER MACHEN
Und nach Meinung von Fiat-Chef Sergio Marchionne soll die Marke auch weiterhin in der Hand des Turiner Autokonzerns bleiben. Denn trotz der Probleme in den vergangenen Jahren ist sich Marchionne sicher, dass Fiat die Sanierung selber stemmen kann. Deshalb blockt er vorerst alle VW-Angebote ab.
Sein Ziel: Sechs neue Modelle ab 2012, in vier Jahren sollen 500 000 Alfas pro Jahr verkauft werden. Laut „Capital“ halten Experten jedoch nicht einmal die Hälfte davon für realistisch.
Zudem kostet Marchionnes Plan viel Geld – doch gerade das fehlt den Turinern, wissen Insider.
Und so könnte VW-Chef Piëchs Traum vom Besitz der Kult-Marke schneller Realität werden als so manch einer vermutet – der Geheim-Besuch in Italien ist jedenfalls ein erster Hinweis darauf.

Bei einer Übernahme können wir einen Boom erwarten
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