Kommentar vom 21.05.18
Investorarmericanoo
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Ein "alter Hase" haucht der arg gebeutelten Aktie durch weitere Zukäufe neues Leben ein
Kurz und bündig:

Warren Buffett baut Aktien-Beteiligung an der israelischen Teva Pharma aus und sorgt damit bei ihr für kräftigen Rückenwind. Zudem sieht das Teva-Management endlich Licht am Ende des Tunnels.


Die Nachrichtenlage bei der Ratiopharm-Tochter Teva war in den vergangenen Quartalen nicht gerade rosig. Der größte Generika-Hersteller der Welt kam einfach nicht aus den Negativ-Schlagzeilen heraus: Verluste in Milliardenhöhe, ein gigantischer Schuldenberg und eine kräftig abgesenkte Dividende waren die Zutaten des verherrenden Cocktails, welcher die Aktie vorübergehend mächtig ins Straucheln brachte. Im Sommer 2015 musste der Anleger noch 72 US-Dollar/Anteilsschein berappen – im vergangenen November dagegen konnte man sie sich für lediglich 11 US-Dollar ins Portfolio legen.

Dann aber sorgte der Einstieg von Warren Buffett für mächtig Auftrieb bei der Teva-Aktie. Zugleich scheinen die drastischen Sparmaßnahmen allmählich Früchte zu tragen. Das Management blickt zunehmend optimistischer in die Zukunft, und der Teva-Aktienkurs notiert mittlerweile mit etwa 21 US-Dollar auch deutlich höher als zu Beginn der Krise.


1.) Teva-Pharma – der weltweit führende Generika-Konzern

Teva Pharmaceuticals Industries (kurz Teva) gehört zu den 15 größten internationalen Pharma-Unternehmen und ist überdies der weltweit führende Hersteller von Medikamenten-Nacharmer-Produkten. Des Weiteren entwickelt und vertreibt die israelische Gesellschaft innovative Arzneimittel und pharmazeutische Wirkstoffe wie auch Original-Medikamente (Copaxone – Multiple Sklerose, Azilect – Parkinson). Insgesamt konzentriert sich das Unternehmen auf die Fachbereiche Onkologie, Neurologie, Pneumologie und Frauenheilkunde.


2.) Teva-Pharma - Preisdruck, Übernahmen und ein riesiger Schuldenberg

Die letzten Jahre waren geprägt von hohem Preisdruck (vor allem beim einstigen Kassenschlager Copaxone), von Wachstumssorgen und einer zügellosen Übernahmestrategie des Konzerns. De facto hat sich Teva bei seinen Zukäufen regelrecht übernommen: Allen voran der Kauf der Generika-Sparte von "Allergan" für rund 40 Milliarden US-Dollar hinterließ diesbezüglich tiefe Spuren in der Bilanz. Das Ergebnis war brisant: Immerhin türmte sich netto ein Schuldenberg von zwischenzeitlich 35 Milliarden US-Dollar auf. Im Horrorjahr 2017 fiel trotz Umsätzen von 22,38 Milliarden US-Dollar - auf Grund von gigantischen Abschreibungen - ein Verlust von 16,25 Milliarden US-Dollar an.


3.) Teva-Pharma - Jahresauftakt trotz Gewinnrückgang über den Erwartungen

Mittlerweile sieht der krisengeschüttelte Teva-Konzern aber wieder Licht am Ende des Tunnels. Der Umsatzrückgang von 10,1% auf 5,1 Milliarden US-Dollar im 1. Quartal und der erzielte Gewinn von 0,94 Dollar/Aktie lag immerhin über den Prognosen. Auch zeigt sich die Konzernleitung wieder optimistischer: Statt wie bisher 18,3 bis 18,8 Milliarden US-Dollar Umsatz werden jetzt 18,5 bis 19 Milliarden US-Dollar erwartet. Der Gewinn/Aktie soll sich außerdem bei 2,4 bis 2,65 US-Dollar einpendeln. Zuvor wurde noch ein Gewinn von 2,25 bis 2,5 US-Dollar/Anteilsschein kolportiert.

Einen großen Teil dazu beitragen soll ein universeller Restrukturierungsplan mit Sparprogrammen und Stellenkürzungen. Bis 2019 sollen so 3 Milliarden US-Dollar eingespart werden. Firmenchef Schultz hatte im vergangenen Jahr zur Radikalkur gegriffen: Innerhalb von zwei Jahren sollen rund 14 000 Stellen wegfallen.


Mein FAZIT:

Warren Buffett hat unterdessen seine Aktien-Beteiligung am Teva-Konzern mehr als verdoppelt. Mittlerweile hält der US-amerikanische Großinvestor, Unternehmer und Mäzen über seine Beteiligungsgesellschaft Bergshire Hathaway 40,5 Millionen Aktien im Gegenwert von knapp 700 Millionen US-Dollar. Sein durchschnittlicher Einstiegskurs bei der Aktie liegt bei 17,44 US-Dollar (aktueller Kurs 21,09 US-Dollar). Dies hatte zuletzt für ordentlichen Rückenwind bei den Anteilsscheinen gesorgt. Aber auch wenn die Höhe der Beteiligung ziemlich beachtlich ist, spielt Teva Pharma für Buffett bloß eine untergeordnete Rolle. Zwar hält er mittlerweile fast 4% aller Teva-Aktien, aber in seinem Gesamtportfolio macht die Position gerade einmal 0,37% aus.
Doch eines wird an diesem Buffett-Engagement in die Teva-Pharma Aktie nur allzu deutlich: Buffett weiß in der Regel genau, was er tut! Und wenn dieser renomierte Großinvestor einen bestimmten Aktienbestand in seinem Portfolio erhöht, dann ist der Anleger, der seinem "Lockruf" folgte, damit in der Vergangenheit bei einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont so gut wie immer gut dabei weggekommen. Teva befindet sich auf den richtigen Weg in punkto Zukunft, und dies wird ganz sicher auch den Aktienkurs des isralischen Pharmakonzerns weiter zu beflügeln wissen.
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Teva Pharma Aktie
Kurs: 6,76€     +6,0% vs. Vortag
Kursentwicklung 3 Monate (Graue Fläche = DAX)  
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