Kommentar vom 15.07.17
AktieSiemens
Investorarmericanoo
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Möglicher Börsengang in der Medizintechnik-Sparte könnte die langersehnte Wende einläuten
Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Siemens-Chef Joe Kaeser - dort seit 2013 in Amt und Würden! - gedenkt nun auch allen Ernstes, seinen unter Investoren und Analysten eher als langweiligen „Gemischtwarenladen“ verschrienes Unternehmen so eine Art "Frischzellenkur" zu unterziehen, um es so endlich aus seinem "Dornröschenschlaf" zu erwecken - getreu dem Schillerschen Motto aus Wilhelm Tell "...ihr kommt spät, doch ihr kommt!"

Auf einmal passiert, was bei den Münchenern zig Jahre bloß vor sich hergeschoben wurde, jedoch nie mit Nachhaltigkeit auf die Reihe gekriegt: Es wird kräftig in Zukunftsmärkte wie Industrie 4.0 investiert, und ebenso steht nun auch einer zukunftsorientierten Umstrukturierung des Konzern nichts mehr im Wege. So etwas lässt das Herz eines jeden Siemens-Anleger natürlich höher schlagen - auch wenn man zugeben muss, dass sich jenes innovative Gedankengut bis dato nur geringfügig positiv auf den Siemens-Aktienkurs ausgewirkt hat. Man traut dem Braten anscheinend noch nicht so recht, sondern fragt sich vielmehr, ob Joe Kaeser seinen vollmundigen Ankündigungen auch wirklich Taten folgen lässt oder ob es sich hierbei bloß um viel "heiße Luft" handelt. Sollten sich die Anzeichen dazu allerdings mehren, so dürfte es mit dem Siemens-Aktienkurs an den Börsen ganz sicher wieder mächtig aufwärts gehen.

Seit Jahren richtet sich Siemens konsequent auf die Industrie 4.0 aus: Bislang wurden ca. 9 Mrd. Euro in Übernahmen von Software-Anbietern im Bereich der industriellen Produktion gesteckt. Mit seiner Sparte „Digital Factory“ bietet Siemens ein universelles Angebot aus integrierter Hard- und Software sowie Serviceleistungen für die automatisierte Fertigung an, wodurch nicht zuletzt wesentlich höhere Gewinnmargen erzielt werden als in den meisten anderen Geschäftsbereichen.

Überdies will Siemens endlich in der Medizintechnik-Sparte für Furore sorgen: "Healthineers" ist immerhin das „Kronjuwel“ des einst in Berlin gegründeten Konzerns, erwirtschaftet Siemens damit doch bereits seit Jahren einen Großteil der Unternehmensgewinne. Die Medizintechnik bietet beispielsweise eine breite Produktpalette im Bereich der diagnostischen Bildgebung an. Jene tragen dazu bei, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und unterstützen Ärzte bei Operationen mit gestochen scharfen Röntgenbildern. Weitere Teilbereiche sind Labordiagnostik, IT-Infrastruktur für medizinische Einrichtungen sowie Serviceleistungen und Verbrauchsmaterialien aller Art.

Aufgrund dessen mag es auch niemand wirklich verwundern, dass das Siemens-Management bereits ernsthaft über einen Börsengang von "Healthineers" nachgedacht hat und beabsichtigt, diesen noch im laufenden Jahr über die Bühne zu bringen, wobei Siemens jedoch gedenkt, die Mehrheit der ausgegebenen Anteilsscheine im Konzernbesitz zu belassen.

Bekanntlich besteht ein Konzern aus diversen Einzelteilen. Einige davon "florieren", der überwiegende Teil jedoch trägt zum Gesamtkonzerngewinn reichlich wenig bei, werden in deren Bilanzen lediglich als Verlustposten geführt. Dies ist eben auch bei Siemens nicht anders: Investoren schätzen es eher, wenn sie ihr Geld zielgenau in einzelne Branchen anlegen können, anstatt gleichzeitig noch andere Unternehmensteile zu erwerben, an denen sie ein geringfügiges bis gar kein Interesse haben. Sollte also der Börsengang "Healthineers" wie bereits angekündigt - noch diesjährig erfolgen, so dürfte dies auch dem Siemens-Aktienkurs noch einmal einen tüchtigen Rückenwind verleihen. Ansonsten werden jene Papiere 2017 an der Börse wohl eher ein "Schattendasein" führen.

In den vergangenen Wochen gab die Siemens-Aktie einen beträchtlichen Teil der vorherigen Gewinne wieder ab. Neben der allgemeinen Marktschwäche liegt dies sicher auch daran, dass bislang weitere neuerliche Meldungen bezüglich des Konzernumbaus bzw. zum Börsengang in der Medizintechnik-Sparte ausgeblieben sind, also auf sich Warten lassen. Vertrauen gibt es nicht zum Nulltarif, man muss es sich erst verdienen. Es gibt eben nichts Gutes, außer man tut es! Vom schlau Daherreden allein ist noch keiner reich geworden - und an der Börse schon gar nicht.

Mein FAZIT: Siemens will die Weichen auf Zukunft stellen, aber ist der Münchener Konzern auch wirklich bereit dazu? Zweifel sind allemal angebracht, solange der Konzernumbau derart träge vorangetrieben wird und sogenannte "Bremsklötze" dort das tatsächliche Sagen haben. Trotzdem werden die Wachstumsraten bei konvensionellen Großunternehmen wie Siemens stets deutlich geringer ausfallen als bei den "reinen" Wachstumswerten.
Die Charttechnik signalisiert darüber hinaus, dass es derzeit keinen zwingenden Grund gibt, sich dieses Papier ins Depot zu legen.
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