Kommentar vom 12.03.10
AktieVestas
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Vestas hat Langfristig enormes Potential
Die Aktie von Vestas ist eine Aktie die sich derzeit doppelgesichtig zeigt. Langfristigem Potental steht hier eine auf 6-Monatssicht desaströse Kursentwicklung mit einem Minus von 28 % gegenüber. Auf 1-Jahressicht ist man mit etwa + 15 % dabei.

Diese Kursentwicklung gilt es einzuordnen. Vestas ist kein Einzelfall, sondern alle Windanlagenbauer haben die letzten 2 Jahre einen starken Kursverfall hinter sich. Um Vestas einzuordnen muss man den Gesamtwindmarkt als Kontext heranziehen, ja mehr noch, den ganzen Energiesektor.
Langfristig ist der Windmarkt schon seit etlichen Jahren auf einem sich sogar noch beschleunigenden Wachstumskurs. Hierbei wächst nicht nur die installierte Leistung an Windkraftanlagen (Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/84/Wind_2006andprediction_en.png) sondern auch die jährlich installierte Leistung (Quelle: http://www.enp-gmbh.de/img/content/entwicklung_windenergie.gif), was für die Umsätze wichtiger scheint, als die eher die Vergangenheit repräsentierende Zahl der installierten Leistung. Es wächst also nicht nur die Zahl der Windkraftanlagen, sondern es "wächst das Wachstum" dieser Zahl.

Weiter ist bei den installierten Anlagen ein deutlicher Trend zum zunehmenden Gewicht der "restlichen Welt" gegenüber Europa festzustellen (Quelle: http://www.enp-gmbh.de/img/content/entwicklung_windenergie.gif). Auch hierfür ist Vestas hervorragend gerüstet. Laut dem Jahresbericht 2009 (Quelle: http://www.vestas.com/files//Filer/EN/Investor/Company_announcements/2010/100210-CA_UK_AR.pdf) ist Vestas bereits stark international aufgestellt: von 20.730 Konzernmitarbeitern sind 14.161 In Europa ( 68 %), 2.193 (11 %) in Amerika und 4.376 (21 %) in Asien/Pazifik beschäftigt. Somit ist Vestas in den zu erwartenden Zukunftsmärkten der Windwirtschaft stark vertreten und kann hier expandieren. Allgemein kann man bei dem weltgrössten Windkraftanlagenbauer eine wohltuende Diversifizierung, hier nach Regionen erkennen.

Wie kann bei derartig rosigen Aussichten der Kurs von Vestas so verfallen? Der aktuelle Kursverfall ist der schlechten Auftragslage zuzurechnen, da in dem Jahr 2009 als Spätfolge der Finanzkrise sich der Auftragseingang auf 3.072 MW im Vergleich zu 2008 halbierte. Bei der Langfristigkeit vieler Projekte ziehen sich die Folgen des eher schwachen Auftragseinganges in 2009 bis ins Jahr 2010, was sich auch in dem leichten Rückgang des Gewinnes auf 2,46 € der für 2010 von Analysten prognostiziert wird (Quelle: http://aktien.onvista.de/kennzahlen/fundamental.html?ID_OSI=182763) wiederspiegelt.

Was kann man nun für die Zukunft erwarten?
Hierfür gilt es die globalen Trends zu beschreiben, die den Markt für Windkraftanlagenbauer vermutlich prägen werden.
Dies sind:
1. Trend zur Ökologie und nachhaltigem Wirtschaften.
2. Energieautarkie.
3. Konkurrenzstärke der Windkraft.
4. Peak Oil.

1. Trend zur Ökologie und nachhaltigem Wirtschaften.
Dieser Trend ist so stark, dass es fast schon nicht mehr der Erläuterung bedarf. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit nimmt die Leistung der regenerativen Energiequellen ständig zu. Regenerative Energien schonen das Klima, sind sie doch weit schwächer in ihren Umweltwirkungen.

2. Energieautarkie.
Energie ist ein Thema der Weltpolitik. Die Abhängigkeit Westeuropas und der USA von arabischem Öl und russischem Gas ist erschreckend. Jede Chance seinen Energiemix zu diversifizieren muss von den vergleichsweise rohstoffarmen westlichen Staaten genutzt werden. Hierzu ist auch Windkraft geeignet.

3. Konkurrenzstärke der Windkraft.
Windkraft ist, was den Preis der Kilowattstunde angeht mit 4,4€cent/kWh schon sehr nahe an Kohlekraft mit 2,8.bis 3,1 €cent pro kWh durchschnittlichen Stromgestehungskosten und an den in der Europäischen Union üblichen 4 €cent/kWh für alle Energien zusammen (Quelle: http://www.offshore-wind.de/page/index.php?id=2601) und weitaus billiger als Solarenergie. Dies spricht dafür, dass sich Windkraft im Wettbewerb der Alternativen eine große Scheibe vom Gesamtmarkt abschneiden kann.

4. Peak Oil.
Bis Peak Oil, also der Zeitpunkt der maximalen Ölförderung und des darauf folgenden Förderabfalls eintreten wird ist nurmehr eine Frage der Zeit. Händeringend wird nach Alternativen gesucht. Windkraft kann hierzu einen Beitrag leisten, insbesondere wenn die Verbreitung von Elektro - und Hybridautos zunimmt.

Jeder einzelne der genannten Trends, deren Ausmaß in der Zukunft man natürlich nur vermuten kann würde ausreichen um Vestas Rückenwind zu geben. Zusammengenommen sind hier also sowohl aus ökonomischen als auch ökologischen Gründen gute Chancen für den grössten Windkraftanlagenbauer der Welt.

Mit einem aktuellen KGV von 15,02 ist Vestas nicht gerade günstig aber doch branchenüblich bewertet. Sobald die Auftragslage wieder anzieht dürfte mit einer langfristigen Erhöhung der Gewinne über die Jahre auch der Kurs der Aktie wieder Rückenwind bekommen.
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