Kommentar vom 03.09.17
Investorarmericanoo
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CEO Satya Nadella - Microsoft's "ganzer" Stolz
Das von Bill Gates und Paul Allen am 4. April 1975 in Albuquerque (New Mexico) gegründete Unternehmen ist der weltweit größte Softwarehersteller, der zum ersten Mal in seiner Firmengeschichte mit seiner "Cloud-Softwaresuite Office 365" einen höheren Umsatz erzielt hat, als mit seinem klassischen Windows-Office-Softwarepaket, welches auf den PC's der Anwender installiert wird.

Eben jener "Business-Meilenstein" hat sich jüngst sehr positiv auf den Microsoft-Aktienkurs ausgewirkt, denn das derzeit regelrecht boomende Geschäft mit der Vermietung von Software über das Internet (Cloud Computing) liess sie denn auch Ende August ein neues Allzeithoch bei 74,91 US-$ erklimmen. Damit erreichten die Microsoft-Anteilsscheine in den letzten fünf Jahren immerhin einen Wertzuwachs von über 130 %.

Verantwortlich für diesen bahnbrechenden Erfolg zeigt sich Microsoft-CEO- Satya Nadella, der seit Anfang 2014 die Leitung der Firmengeschicke aus den Händen von Steve Ballmer übernommen hatte.
Satya Nadella hat bereits vor seinem Wechsel an die Firmenspitze eben jenes "Cloud- und Enterprise"-Geschäft" bei Microsoft geleitet, womit sich viele seiner heutigen strategischen Richtungsentscheidungen im eigenen Hause durchaus plausibel erklären lassen. Im wesentlichen sind es folgende 5 Punkte, welche der US-amerikanische Informatiker bei Microsoft verändert hat:

1.) Die Konzentration auf das Cloud-Geschäft

Wie vor ihm kein anderer Microsoft-Chef hat Satya Nadella das Cloud-Geschäft bei Microsoft entscheidend vorangetrieben. Seit der Veröffentlichung von "Windows-Azure" 2010 wurde die "Cloud- Computing-Plattform" schnell und zügig ausgebaut, so dass Microsoft heuer hinter "Amazon-Web-Services" (AWS) als die globale Nummer 2 in diesem Marktsegment gilt. Das "Intelligent- Cloud-Geschäft" zeigte sich denn auch zuletzt für 6,7 Mrd. US-$ verantwortlich und damit für rund 28,5 % des gesamten Microsoft-Umsatzes. Die Azure-Umsätze wuchsen dagegen zuletzt um satte 97 %.

2.) Microsoft ist in die Gewinnzone zurückgekehrt

Zumindest ebenso bedeutend ist in diesem Zusammenhang der Umstand, das es den Redmondern (Firmenhauptsitz im US-Bundesstaat Washington) in den vergangenen Jahren nachhaltig gelungen ist, in die Gewinnzone zurückzukehren, denn noch ein halbes Jahr vor dem Amtsantritt von Satya Nadella wies Microsoft noch einen Quartalsverlust aus. Der neue CEO reagierte darauf mit harten Einsparmaßnahmen, welche letztlich zig tausend Microsoft-Mitarbeitern den Job gekostet haben. Doch diese herben Zäsuren erwiesen sich im Nachhinein allesamt als zwingend notwendig, schreibt man doch nun wieder Gewinne und wächst mittlerweile im Cloud-Geschäft zweistellig.

3.) Microsoft's Ausstieg aus dem Mobilfunk-Markt, sowie der "Friedensschluss" mit Apple

Noch unter Nadellas Vorgänger Steve Ballmer war der Deal zur Übernahme des Nokia-Mobiltelefongeschäfts eingefädelt worden. Doch Satya Nadella machte nie einen Hehl daraus, dass ihm dieser Deal ein Dorn im Auge war. So war denn auch unter der neuen Unternehmensführung absehbar, dass jenes Mobilfunk-Abenteuer bei Microsoft keinerlei Zukunft haben würde, was im Frühjahr 2016 dann ja auch mit dem Ausstieg eindrucksvoll untermauert wurde: Microsoft verkaufte das Mobiltelefon-Geschäft für 350 Mio. US-$ an Foxconn Technology und die HMD Global. Bereits vorher hatte Microsoft den Großteil des Kaufpreises (ca. 7,2 Mrd. US-$) auf die übernommene Nokia-Sparte abgeschrieben.

Darüber hinaus schloss Microsoft endlich mit dem Konkurrenten Apple "Frieden" und beendete damit eine jahrzehntelange Fehde zwischen den beiden Firmen, indem Microsoft-CEO Nadella noch im Jahr 2014 kolportierte, dass "Office-Apps" künftig auch auf dem "iPad" verfügbar sein würden.

4.) Microsoft bringt ersten Laptop auf den Markt

2015 stellte Microsoft seinen "Surface-Book" vor und damit den ersten firmeneigenen Laptop überhaupt. Damit mischen die Redmonder auch erstmals mit auf dem Markt für portable PCs.Das "Surface-Book" war seinerzeit schon etwa doppelt so schnell wie das "MacBook-Pro" von Apple, wodurch Microsoft in diesem Marktsegment erstmalig zu einem ernstzunehmenden Apple-Rivalen avancierte. Bereits zu Beginn des Jahres 2015 überschritt der Surface-Umsatz erstmals die Milliardenumsatzmarke – dank der Popularität des "Surface-Book" und des "Surface-Pro" bei der Firmenkundschaft.

5.) Microsoft "schluckt" LinkedIn

2016 übernahm Microsoft dann das Karrierenetzwerk "LinkedIn" für 26,2 Mrd. US-$. Damit hat sich Microsoft erstmals im größeren Stil auf den Markt für soziale Medien vorgewagt und katapultiert sich dadurch mit einem Schlag auf Rang 1 unter den Business-Netzwerken – vergangenes Quartal steuerte LinkedIn immerhin 1,1 Mrd. US-$ zum Gesamtumsatz bei.

Mein FAZIT: Microsoft entwickelt sich immer mehr zum Cloud-Giganten. Mit CEO Nadella weht zweifelsohne ein frischer Wind durch die Microsoft-Büros, wodurch Mitarbeitern und Anlegern neue Zukunftsperspektiven eröffnet werden. Unter Nadella ist Microsoft mit Angeboten wie "Office 365" und "Azure" inzwischen zu einem Cloud-Giganten aufgestiegen, der ganz nebenbei auch mit LinkedIn in den sozialen Medien ein gewichtiges Wort mitzureden vermag.
Ob Microsoft mit seiner "Surface-Produktfamilie" Apple ernsthaft im Hardware-Segment "Paroli" bieten kann, bleibt abzuwarten. Unterm Strich hat sich der Wechsel an der Spitze des Microsoft-Managements im Jahr 2014 für den Investoren bereits mehr als nur ausbezahlt - und dies spiegelt sich natürlich auch im aktuellen Kurs der Microsoft-Aktie wider.
Renomierte Analystenhäuser wie Wells Fargo und Bernstein rechnen daher auch mit einer Fortsetzung des Höhenflugs der Microsoft-Aktie und sehen sie schon bald die 80-US-$-Marke überspringen - womit sie übrigens auch meiner Erwartungshaltung entsprechen.
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