Kommentar vom 03.12.17
Investorarmericanoo
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Treibt "Cerberus" den Aktienkurs weiter in lichte Höhen?
Kurzes Firmenprofil:

Die Commerzbank AG gehört neben der Deutschen Bank zu den führenden Privat- und Firmenkundenbanken Deutschlands. Sie versteht sich als Dienstleister für Privat- sowie auch Geschäftskunden, betreut darüber hinaus aber ebenso zahlreiche große und multinationale Firmen. Dabei bietet die Bank ihren rund 16 Millionen Privat- sowie eine Million Geschäfts- und Firmenkunden eine breite Palette an Service- und Beratungsleistungen. Diverse Tochtergesellschaften sind auf Spezialgebieten tätig, wie z. B. im Asset Management, im Immobilienbereich oder im Leasing. Den
Kunden im Kapitalmarktgeschäft bietet der Finanzkonzern das volle Leistungsspektrum einer internationalen Investmentbank. Mit rund 1.050 Filialen steht den Kunden eines der dichtesten Filialnetze deutscher Privatbanken zur Verfügung. Im Ausland ist sie an den relevantesten internationalen Wirtschafts- und Finanzzentren mit Tochtergesellschaften, Filialen und Repräsentanzen direkt vertreten. Das Geschäft der Commerzbank ist dort vorwiegend auf die institutionelle Kundschaft und Unternehmen ausgerichtet. An einigen Standorten werden allerdings auch vermögende Privatkunden betreut. Über besondere Expertise verfügt die Bank bei der Begleitung ihrer Mittelstandskunden ins Ausland. Sie hat in der finanziellen Abwicklung des deutschen Außenhandels einen weit überdurchschnittlichen Marktanteil. Kernmarkt des Unternehmens ist neben Deutschland auch Polen.


Die Commerzbank gilt in Fachkreisen noch immer als der älteste Übernahmekandidat am Frankfurter Parkett. Immer wieder ranken sich Gerüchte um eine mögliche Fusion, welche sich jedoch bisher allesamt als unwahr herausstellten, oder aber entsprechende Verhandlungen darüber wurden nicht zum Abschluss gebracht. Diesmal jedoch könnte es anders kommen, und der Grund dafür liegt nicht etwa in Frankfurt, sondern in New York und trägt den beziehungsreichen lateinischen Namen "Cerberus" (nach einem Fabeltier aus der griechischen Mythologie). Jener aggressive Investor hat sich binnen weniger Monate sowohl bei der Commerzbank als auch bei der Deutschen Bank eingekauft. Wie groß die Anteile genau sind, darüber herrscht am Markt bislang Stillschweigen, nur so viel ist bekannt: Cerberus"" rangiert als derzeit zweitgrößter Commerzbank-Aktionär gleich hinter dem Bund, dessen Anteile aus der Teilverstaatlichung während der Finanzkrise noch immer bei 15,6 Prozent liegen.

Cerberus Capital Management ist ein Investmentfonds-Managementunternehmen mit Firmensitz in New York City, welches 1992 von Stephen Feinberg gegründet wurde. Es beteiligt sich an Unternehmen und veräußert sie nach einer Umstrukturierung wieder gewinnbringend weiter. Überdies wurde Feinberg 1999 von "Fortune" als einer der 40 reichsten Amerikaner unter 40 Jahren gelistet. Seit 2006 ist der frühere US-Finanzminister John W. Snow CEO des Finanzfonds. Zum Vorstand gehört zudem der Ex- US-Vizepräsident Dan Quayle.

Die Bundesregierung würde grundsätzlich gerne ihre Commerzbank-Anteile verkaufen, wartet aber noch immer auf den geeigneten Zeitpunkt. Denn obwohl die Commerzbank-Aktie diesjährig kräftig an Wert zulegen konnte und zuletzt mit gut 12 Euro über 80 % höher notierte als noch vor einem Jahr, würde der Steuerzahler bei einem heutigen Verkauf noch immer große Verluste "einfahren".

Laut dem Bundesfinanzministerium gedenkt man dies jedoch mit allen legalen Mitteln zu verhindern. Zumindest aber will man dabei eine ausgeglichene Bilanz vorweisen können, und den Weg dorthin könnte nun ausgerechnet ein aggressiver US-Investor ebnen. "Cerberus", zu deutsch Höllenhund, ist nämlich bekannt dafür, sich in heruntergewirtschaftete Firmen einzukaufen, diese über einen längeren Zeitraum knallhart zu sanieren, um sie anschließend wieder an den "Meistbietenden" zu verhökern - mit einen ordentlichen Gewinn, versteht sich. Man muss ja schliesslich die eigenen Kunden bei der Stange halten, denen man Renditen zwischen sagenhaften 18 bis 22 % versprochen hat. Im Gegensatz zu vielen anderen "Private Equity"-Unternehmen ist dies "Cerberus" bisher auch noch immer gelungen.

"Cerberus" sieht denn auch noch einiges Kurspotenzial in der Commerzbank "schlummern" - trotz der bereits erfolgten Kursrally in diesem Jahr. Gleiches gilt übrigens auch für die Deutsche Bank, denn es ist nicht auszuschliessen, dass gerade "Cerberus" auf eine baldige Fusion der beiden deutschen Geldhäuser hinwirken könnte. Zunächst aber lobten die Finanzexperten des Investors die bisherigen Bemühungen und Sparanstrengungen der Commerzbank, welche sich selbst eine rigorose Umstrukturierung verordnet hat und gerade mittendrin steckt, die längst überfälligen Maßnahmen dazu auch umzusetzen. Der Grundtenor ist jedoch klar: Sollten die Anstrengungen in dieser Richtung merklich nachlassen oder nicht zum gewünschten Erfolg führen, so wird "Cerberus" wohl kaum davor zurückschrecken, noch einiges mehr an "schmerzhaften" Zäsuren von der Commerzbank zu verlangen.
Denn machen wir uns doch nichts vor: Letztendlich geht es "Cerberus" doch lediglich um die eigene Rendite.

Mein FAZIT: Dass europäischen Großbanken wieder verstärkt daran gelegen ist, eben auch für international agierende Großinvestoren wieder interessanter zu werden, dieses Bestreben sollten auch Privatanleger als positives Signal verstehen. Zehn Jahre nach der Finanzkrise steht die Branche in Europa womöglich vor einer Kehrtwende. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis auch in unseren Gefilden (Europa) die Zinsen wieder anziehen, was wiederum die ein oder andere Fusion im Bankensektor nach sich ziehen dürfte. Und ob oder wie lange die Commerzbank diesem Druck von außen noch Paroli bieten kann, das bleibt abzuwarten. Aber die immer wieder "aufkeimenden" Fusionsgerüchte" mit der Deutschen Bank wollen oder sollen einfach nicht verstummen, und vermögen es darüber hinaus immer wieder, den Anlegern als Kurstreibstoff an der Börse zu dienen. Laut der Charttechnik ist die Co-Aktie bei 12 Euro allerdings an einen massiven Widerstand angelangt, und dieser wird sicher nicht in einem Rutsch nach oben durchbrochen werden können. Also ist auf diesem Kursniveau wohl erst einmal eine kleine Verschnaufspause angesagt. Aber bis Ende des Jahres sollte die Aktie jedoch noch einmal die 13 Euro-Marke in Angriff nehmen können.
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Commerzbank Aktie
Kurs: 12,70€     +0,2% vs. Vortag
Kursentwicklung 3 Monate (Graue Fläche = DAX)  
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Aktien-Portfolios von armericanoo haben sich im
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