Kommentar vom 18.02.18
AktieTesla
Investorarmericanoo
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Rekordverluste in Serie
Diese Aktie ist nun wirklich nichts für schwache Nerven: Das Tech-Unternehmen Tesla hat auch im abgelaufenen Quartal wieder einen Rekordverlust eingefahren. Man beginnt sich geradezu zwangsläufig zu fragen, wann hat das endlich einmal ein Ende? Wieviele solcher "Hiobsbotschaften" muss der ohnehin schon mächtig gebeutelte Anleger denn noch verkraften, bis diesbezüglich endlich einmal das Licht am Ende des Tunnels sichtbar wird?

Mit 675 Mio. USD rutschte der Elektroauto-Pionier zudem so abgrundtief in die roten Zahlen wie nie zuvor. Einziges Trostpflaster: Analysten hatten noch weit Schlimmeres befürchtet! Überdies konnte Tesla immerhin mit einem starken Umsatzplus von 44 % auf 3,3 Milliarden USD punkten. Tesla-Chef Elon Musk gilt indes bei vielen schon als sogenanntes „enfant terrible“ - angesiedet irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn. Einerseits trumpft Musk immer wieder mit spektakulären Marketing-Aktionen auf – etwa als er kürzlich mit seinem privaten Raumfahrtunternehmen "SpaceX" einen Tesla Roadster ins Weltall katapultieren ließ. Andererseits muss der Visionär ständig die harte Realität verkünden – nämlich, dass Tesla einfach nicht in die Gänge kommt, was die Produktion seines groß angekündigten "Model 3" für den Massenmarkt angeht. Mit einem Startpreis von 35.000 Dollar sollen damit erstmals auch Kunden jenseits des Luxussegments angesprochen werden. Tesla will etablierten Autobauern Konkurrenz machen – und stößt damit auf Kundenseite durchaus auf lebhaftes Interesse.

Etliche Vorbestellungen konnte das Unternehmen für sein "Model 3" bereits einsammeln, noch bevor dessen finales Design überhaupt bekannt war. Doch seither müssen sich die E-Fans in Geduld üben wie einst DDR-Bürger auf den Wartelisten für den "Trabbi". Allenthalben wurde der zuvor so vollmundig angekündigte Produktionsstart desselben verschoben. Seit vergangenem Sommer rollen die Fahrzeuge nun tatsächlich (endlich!) vom Band, allerdings noch immer in deutlich geringerer Stückzahl als erhofft. 5.000 Exemplare pro Woche will Tesla im zweiten Quartal 2018 schaffen. Dieses Ziel war ursprünglich jedoch schon für 2017 angepeilt worden. Und angesichts immer neuer Verzögerungen und Produktionsprobleme darf durchaus bezweifelt werden, ob es Tesla diesmal gelingen wird, die eigenen Ziele einzuhalten.

Mein FAZIT: Anleger, welche die Tesla-Aktie im Depot liegen haben, sind dieses ständige Hin und Her zwar schon gewohnt, da Musk auch in den vergangenen Jahren immer wieder einräumen mußte, das sich seine ambitionierten Ziele aus diesem oder jenem Grund wieder nicht realisieren ließen – zumindest aber nicht vollständig und im ursprünglich erhofften Zeitfenster. Abzulesen sind die Phasen zwischen Hoffnung und Enttäuschung ebenso am Zickzackkurs der Tesla-Aktie, die in den vergangenen sechs Monaten unterm Strich sogar 14 % ihres Wertes eingebüßt hat.
Zuletzt kostete das Papier 268 Euro oder 334 US-Dollar. Analysten gehen inzwischen mehrheitlich davon aus, dass die Tesla-Aktie überbewertet sei (wen wundert's!) und raten angesichts der neuerlichen desolaten Quartalszahlen zum Verkauf der Anteilsscheine. So rechnen etwa die Experten von UBS oder JP Morgan mit einem relativ schnellen Absturz der Aktie auf unter die 200 Dollar-Marke.
So negativ sehe ich die Zukunft der Papiere zwar nicht, trotzdem meine ich, das sicherheitsorientierte Anleger es sich derzeit zweimal überlegen sollten, dort noch ruhigen Gewissens einzusteigen. Wer auf dieses Papier setzt, der schließt damit zweifelsohne eine sehr riskante Wette auf die Zukunft ab, doch muss meines Erachtens ein jedes Risiko irgendwie überschaubar bleiben, will man aus diesem einst so vielgepriesenen Zukunftsinvestment am Ende nicht als geprügelter Hund hervorgehen. Wenn die Zukunftsperspektiven ständig von der harten Realität eingeholt und korrigiert werden, so geschieht dies letztendlich immer auf Kosten der Glaubwürdigkeit, und gerade jene ist für ein visionäres und zukunftsträchtiges Unternehmen wie Tesla überlebenswichtig.
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