Kommentar vom 07.10.17
Investorarmericanoo
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Der Stahlgigant "berappelt" sich allmählich und steht wohl vor einer "Neubewertung"
Wer gern in deutsche Aktien investiert, vorzugsweise in heimische "Blue Chips", welche allesamt im Dax-30 an der Frankfurter Börse gelistet sind, jener Anleger kommt einfach nicht drum herum, vorher einen prüfenden Blick über den "eigenen" Tellerrand zu werfen, denn bekanntlich schläft ja auch die globale Konkurrenz nicht, und was uns zuvor dazu hätte verleiten können, in beispielsweise eine thrussenkrupp-Aktie zu investieren, dass hätten wir womöglich zulichst unterlassen, wenn wir zuvor die aktuellen Zahlenwerke sowie Zukunftsaussichten der führenden Unternehmen der internationalen Stahlbranche miteinander verglichen hätten.

Für viele Anleger ist thyssenkrupp noch immer ein legendärer Konzern, welcher weit über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus als eine Institution angesehen wird. Im Jahr 1999 aus der Verschmelzung der beiden Traditionsunternehmen Friedrich Krupp AG Hoesch-Krupp AG mit der Thyssen AG entstanden, liegt der Produktionsschwerpunkt des diversifizierten deutschen Industriekonzerns thyssenkrupp in der Stahlverarbeitung. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Essen, den Posten des CEO's bekleidet seit Januar 2011 Heinrich Hiesinger.

Fakt ist jedoch, das thyssenkrupp weltweit zu den größten Rohstahl-Produzenten zählt. Der "Ruhrpott"-Konzern verfügt im einzelnen über diese 3 Tätigkeitsmerkmale: 1.) Stahl, 2.) Industriegüter sowie 3.) Dienstleistungen. Allerdings ist die Produktion von Flachstahl das Kerngeschäft der Essener. Die weiteren Bereiche befassen sich mit der Herstellung von Investitionsgütern (Maschinen, Aufzüge, Fahrzeugtechnik, Werkstoffe) und dem Handels- und Dienstleistungssektor.

Überdies fällt In der jüngsten Bilanz der starke Anstieg der Auftragseingänge ins Auge: Bezüglich der ersten 9 Monate sind darin Bestellungen im Gegenwert von mehr als 32 Mrd. € ausgewiesen – ein Zuwachs von sage und schreibe 16%, wofür sich maßgeblich der Anlagenbau verantwortlich zeigt. Nach der Schwächephase des Vorjahres hat sich der Auftragseingang dort also nahezu verdoppeln können.

Der Essener Stahlkonzern sieht darin die eigentliche, erhoffte Trendwende, er hält jedoch auch weiterhin konsequent am eigenen Sparkurs fest sowie an den sich bereits auf einen guten Weg befindlichen internen Umstrukturierungsmaßnahmen des Unternehmens. Denn mit einem auf nur noch 48 Mio. € drastisch zusammengeschrumpften operativen Ergebnis (EBIT) hatte sich jene Sparte nur noch knapp über die sogenannte "0-Linie" eingependelt.

Als ein herber Rückschlag auf Geschäftsebene ist zudem die in Israel eingeleitete Untersuchung zum Kauf von 3 U-Booten anzusehen, liegt jener Auftrag für die zum Anlagenbau gehörende Marine-Sparte doch seitdem auf Eis. Mit hervorragenden Zuwächsen kann dagegen allerdings „Steel Europe“ aufwarten: Das Stahlgeschäft in Deutschland und Europa konnte sein EBIT mit bemerkenswerten 231 Mio. € mehr als verdoppeln. Da tut sich also etwas… Zudem treibt thyssenkrupp die Abspaltung seiner Stahlsparte weiter voran. Diesbezüglich führt das Essener Management bereits seit längerem Gespräche mit der indischen Tata Steel Europe, wobei man sich schon auf eine grundsätzliche Lösung verständigt hat. Ein gravierendes Problem, was die bilateralen Verhandlungen immer wieder "auszubremsen" droht, ist die Tatsache, dass es thyssenkrupp bis dato noch immer nicht gelungen ist, mit der eigenen Arbeitnehmerschaft eine für beide Seiten akzeptable Einigung zu erzielen, geht diese doch dagegen auf die Barrikaden, dass die britischen Stahlarbeiter im defizitären Werk von Port Talbot Jobgarantien bekommen sollen.

Mein FAZIT: In Deutschland droht trotz effizienter arbeitende "Hütten" ein massiver Stellenabbau. Kommt diese beabsichtigte Fusion trotz aller Widerstände dennoch zustande, so steht den thyssenkrupp-Anteilsscheinen noch eine handfeste "Neubewertung" ins Haus. Mit "aufpolierter" Bilanz und dem Fokus auf die lukrativeren Technologiesparten würde dies auch langfristig sehr gut ins Bild des deutschen Stahlgiganten passen. Doch obschon es auch einige positive Entwicklungen bei thyssenkrupp zu vermelden gibt, bemühe ich mich trotzdem, Objektivität walten zu lassen, beziehe ich somit auch die Kehrseite der Medaille in meine Einschätzung für das Unternehmen mit ein - wie beispielsweise die viel zu geringe Eigenkapitalsquote des Essener "Vorzeigeunternehmens".
Auch die Charttechnik verheisst für die thyssenkrupp-Aktie nichts Gutes. Nachdem sich indes ein "Doppeltopp" um die 23,80 Euro (13.7. & 12.9.) darin ausgebildet hat, geht es mit ihr steil bergab. Die nächste, nennenswerte "Unterstützungslinie" für die Aktie verläuft um die 23 Euro. Sollte die nicht halten, so halte ich durchaus Kurse um die 20 Euro bei der Aktie für möglich. Für 2017 scheint jedenfalls die Luft raus zu sein aus dem Papier, und daran wird wohl auch die alljährlich stattfindende "Jahresendralley" im Dezember im Wesentlichen nichts mehr ändern.
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ThyssenKrupp Aktie
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