Kommentar zur Aktie KUKA AG

Als interessant bewertet
10 Bewertungen ∙ 360 mal gelesen
Am 13.12.16
von Donnaopp
zu KUKA AG

Kuka-Übernahme: Midea kurz vor dem Ziel

Der Übernahme von Kuka durch Midea steht kaum noch etwas im Wege. Ein Problem gibt es noch in den USA, aber eine Lösung ist in Sicht.

Der chinesische Hausgerätehersteller Midea steht kurz davor, den deutschen Roboterhersteller Kuka zu übernehmen. Derzeit werden die letzten Hürden aus dem Weg geräumt. Fast alle erforderlichen Genehmigungen liegen vor, zudem wird Midea Anfang des Jahres nahezu alle Aktien von Kuka übernehmen.
Probleme gibt es allerdings mit Rüstungsgeschäften von Kuka in den USA. Dort prüfen zwei Behörden Übernahmen darauf, ob das Geschäft sicherheitsrelevante und militärische Interessen der USA tangiert. Wegen eines chinesischen Investors bei einem Lieferanten wie Kuka könnten die Aufsichtsbehörden ein Veto einlegen.

Dies betrifft nach Angaben von Kuka-Vorstandschef Till Reuter zwar nur einen Teil des Flugzeugindustriegeschäfts in den Staaten. Aber: "Wir haben festgestellt, dass sich unsere zivilen und militärischen Aktivitäten in dem Bereich Aerospace in den USA nicht wirklich gut trennen lassen." Daher soll dieser Bereich bis Anfang 2017 verkauft werden. Dann könnte die Übernahme wie geplant im ersten Quartal 2017 abgeschlossen werden
.
3,7 Milliarden Euro für die Übernahme

Midea war im Frühjahr bereits mit 13,5 Prozent an Kuka beteiligt. Dann machten die Chinesen den anderen Aktionären das Angebot, für 115 Euro die restlichen Papiere zu übernehmen. Da der Preis weit über dem Börsenkurs lag, machten die Aktionäre reihenweise von dem Angebot Gebrauch. Auch Kuka-Spitzenmanager gaben ihre Papiere ganz oder teilweise ab. Letztlich wird Midea künftig 94,6 Prozent der Aktien halten. Rund 3,7 Milliarden Euro hat sich Midea das Übernahmeangebot kosten lassen.

Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben
Dabei ist Midea kein Einzelfall. Immer mehr chinesische Investoren interessieren sich für technologisch führende deutsche Unternehmen. Aktuell wollen Chinesen bei Osram einsteigen. Mehr dazu in meinem Kommentar: Osram Licht: Ein neuer Übernahmekandidat . . .
Die Arbeitnehmervertreter des Lichttechnikkonzerns gehen deswegen gerade auf die Barrikaden. Hingegen gab es bei Mideas Übernahme des Roboterspezialisten kaum Widerstand von der Gewerkschaft.
Dies lag in erster Linie daran, dass Midea vertraglich zugesichert hat, die 12.600 Arbeitsplätze bis zum Jahr 2023 zu erhalten. "Dieser Zeitraum geht deutlich über bekannte Vereinbarungen hinaus", begrüßte Augsburgs IG-Metall-Chef und stellvertretender Kuka-Aufsichtsratschef Michael Leppek die Vereinbarung.
Die Übernahme war umstritten, weil Kuka als Schlüsselunternehmen der sogenannten Industrie 4.0 gilt. Unter anderem Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel forderte ein Gegenangebot deutscher oder europäischer Unternehmen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel soll sich hinter den Kulissen dafür eingesetzt haben. Letztlich kam es jedoch nicht dazu.

Die Aktien des Anlagenbauers Kuka wurden aus dem Index der mittelgroßen MDAX Werte genommen.
Zum Ende der verlängerten Annahmefrist hielt Midea 94,55 Prozent der Kuka-Anteile, wie die Chinesen am Montag mitteilten. Damit ist der Streubesitz unter 10 Prozent gefallen. In einem solchen Fall werden die Aktien laut den Regeln der Deutschen Börse zwei Handelstage nach der offiziellen Bekanntgabe aus dem betreffenden Index genommen.

Die KUKA AG
(ehemals IWKA AG) ist ein börsennotiertes Unternehmen der Maschinenbaubranche mit Sitz in Augsburg mit den Geschäftsbereichen KUKA Roboter (mit Tochtergesellschaft KUKA Laboratories), KUKA Systems und Kuka Industries sowie Swisslog.
Als Spezialist in der Robotik und Automationstechnologie zählt KUKA Roboter zu den führenden Herstellern von Industrierobotern. Mit der großen Auswahl an Robotern deckt KUKA nahezu alle Traglastbereiche und Typen ab.
KUKA stellt seit mehr als 40 Jahren Industrieroboter her. Bereits in den 1970er-Jahren wurde der Grundstein für die heutige Industrie 4.0 gelegt: mit unserem ersten Industrieroboter FAMULUS. 1996 gelang KUKA Roboter ein weiterer Quantensprung in der Entwicklung der Industrieroboter: damals wurde die erste, von KUKA entwickelte PC-basierte Steuerung auf den Markt gebracht. Damit brach das Zeitalter der „echten“ Mechatronik an: es ist geprägt vom minutiösen Zusammenspiel von Software, Steuerung und Mechanik.

Die Midea Group
ist ein chinesischer Hersteller von HLKK-Anlagen (Klimaanlagen, Lüftungs- und Heizgeräte) sowie elektrischen Haushaltsgeräten (insbesondere Waschmaschinen und Kühlschränke) mit Hauptsitz in Foshan in der Volksrepublik China. Bei Klimaanlagen ist das Unternehmen chinesischer Marktführer.
Der Midea-Mitgründer (und bis August 2012 Vorsitzender) He Xiangjian gehört nach Angaben des Forbes Magazine aus dem Jahr 2015 zu den reichsten Chinesen.

Quellen:
Kuka.com
Wikipedia
Börse online
Finanznachrichten
Automobilwoche.de
Anleger Verlag
Anmerkungen
Es sind noch keine Anmerkungen vorhanden.
Der obige Kommentar spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider. Informunity übernimmt dafür keine Haftung.