Kommentar zur Aktie Solarworld

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Am 20.04.10
von homooeconomicus
zu Solarworld

Kampf in schwierigem Umfeld.

EINLEITUNG:
Solarworld ist einer der schillerndsten deutschen Konzerne und eine echte Herausforderung diesen zu analysieren.

Wie den meisten Aktieninteressierten bekannt sein dürfte, wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz (Kurzform = EEG), novelliert, was zu extremen Kursstürzen bei deutschen Solarfirmen führte.

Allgemein gesprochen, reicht es bei Solarworld nicht, sich die fundamentalen Unternehmenszahlen als solche anzusehen, sondern, da die Solarenergie (in Deutschland) stark subventioniert ist, gilt es auch politische Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf das EEG zu betrachten.

Weiter gilt es die Entwicklungen des solaren Weltmarktes und die Konkurrenzstärke der Photovoltaik, als einer Variante der Solarenergie, im Vergleich zu anderen Energien herauszuarbeiten.

Eine Aufgabe, die abschließend fast nicht zu bewältigen ist, dennoch scheint es interessant die genannten Themen zu betrachten, um sich zumindest ein grobes Bild zu machen.


Folgende Punkte sollen analysiert werden:

1. Der solare Weltmarkt und seine aktuelle Entwicklung.
2. Rentabilität und Leistung der Solartechnologie.
3. Die EEG-Novelle.
4. Der Konzern Solarworld fundamental betrachtet.
5. Geschäftsaktivität nach Regionen.
6. Fazit.

ANALYSE:

1. Der solare Weltmarkt und seine aktuelle Entwicklung.

Der Markt für Photovoltaik (ab hier mit PV abgekürzt) stellt sich verschieden dar, je nachdem aus welcher Perspektive man es betrachtet.
Prinzipiell ist ein rasantes Wachstum des Gesamtmarktes festzustellen, mit Wachstumsraten von 69 % (2007) bis zu 85 % (2008) (1), von denen andere Branchen nur träumen können.

Differenziert:

AUS SICHT DER FIRMEN: Es zeichnet sich eine zunehmend härter werdende Konkurrenz ab, da das Angebot von Firmen die Module produzieren zunehmend wächst. Es scheint geradezu massive Überkapazitäten zu geben: "Weltweit gibt es eine extreme Überproduktion von Solarmodulen. Das kalifornische Beratungsunternehmen iSuppli erwartet für 2009 ein Angebot von 11,1 Gigawatt - bei einer Nachfrage von gerade einmal 4,2 Gigawatt." (2). Dieses Überangebot drückt naturgemäß stark die Preise des Produktes: "Kostete ein kristallines Solarmodul im Herbst 2008 noch 3,50 Euro pro Watt, waren es Ende des Jahres nur noch drei Euro. Mittlerweile liegt der Preis bei 2,60 Euro. Doch wer gut verhandelt, heißt es in der Branche, bekommt Module von namhaften Markenherstellern auch für 2,30 Euro - das sind 35 Prozent weniger als vor einem halben Jahr." (2).

Diese Überkapazitäten erzeugen massiven Druck auf die Unternehmen, umso mehr, da die asiatische Konkurrenz zunehmend stärker wird. So konnte China seine Weltmarktanteil von 28,1 % in 2007 auf 32,7 % in 2008 erhöhen, während Deutschland im gleichen Zeitraum von 20,5 % in 2007 auf 18,5 % abbaute (1). Diese Veränderungen mögen gering zu erscheinen, es ist jedoch zu beachten, dass diese in nur einem Jahr geschahen!

Der Preiskrieg scheint sich fortzusetzen:
„Angeführt wird der Preiskrieg von chinesischen Herstellern wie Suntech, Yingli oder Trina - allesamt angesehene Qualitätsanbieter. Auch Module der japanischen Konzerne Sharp und Kyocera sowie des deutschen Unternehmens Schott Solar sind nun viel preiswerter zu haben als vor wenigen Monaten. Selbst Branchenprimus Q-Cells senkt die Preise - sogar für bereits abgeschlossene Lieferverträge.
Und der Verfall geht immer weiter. Die Berater von iSuppli erwarten bis Ende des Jahres einen Modulpreis unter zwei Euro pro Watt. Noch weiter geht Jesse Pichel, Analyst bei der Investmentbank Piper Jaffray & Co.: In naher Zukunft werde es ein Zwei-Dollar-Modul geben, sagt er voraus. Umgerechnet wären das gerade einmal 1,70 Euro pro Watt“ (2)

Geradezu entlarvend scheint da, dass Solarworld-Chef Asbeck die Wettbewerber aus China wegen Wettbewerbsverzerrung und "unlauterer Methoden" kritisiert, insofern, dass sie unlimitierte staatliche Kredite bekämen ohne diese je zurückzahlen zu müssen (3). Asbeck mag in der Sache recht haben, allerdings wirkt dieser Vorwurf etwas hilflos. Kaum denkbar, dass die Bundesregierung oder sonst irgendwer den Chinesen wird vorschreiben können, welche Art der Industrieförderung sie machen.
Die Chinesen sind ja mittlerweile bekannt dafür in Wirtschaftsdingen nicht gerade zimperlich zu sein, schwer vorstellbar, dass sie in diesem Fall zurückstecken.

Die deutsche Solarindustrie ist also merklich unter Druck. Analysten der deutschen Bank sehen den Markt daher vor einer brutalen Marktbereinigung und ziehen Parallelen zum Platzen der Internetblase in 2000 (2).
Bedenklich erscheint allerdings, dass bei steigenden Umsätzen der Branche die Gewinne schmelzen, wie noch an dem Jahresbericht von Solarworld unter Punkt 4 gezeigt werden soll.

AUS SICHT DER KÄUFER:
Hier gilt wie so oft: “Des einen Freud, des andern Leid“. Für die Käufer ist der Preiskrieg in der Solarbranche höchst erfreulich, werden mit den fallenden Modulpreisen bei weiterhin vorhandenen Subventionen laut EEG für Privatbetreiber doch die Renditen der Anlageklasse “Dachgold“ immer besser:
„Für Hausbesitzer, die sich eine Solaranlage kaufen wollen, sind das glänzende Aussichten. "Die Rendite ist so hoch wie lange nicht mehr", schwärmt ein Branchenkenner, "mindestens zehn Prozent pro Jahr." Zwar ist auch die Vergütung für Solarstrom gesunken - um eben jene acht Prozent, die das EEG vorschreibt. Doch die Einnahmen sind für die Anlagenbetreiber nur ein Teil der Kalkulation. Auf der anderen Seite stehen die Modulpreise. Und die fallen deutlich stärker als um acht Prozent.“ (2).


2. Rentabilität und Leistung der Solartechnologie.

Die Solartechnologie und insbesondere die Variante die Solarworld produziert, die Photovoltaik, ist durchaus umstritten. Bestritten wird nicht ihre prinzipielle Funktionsfähigkeit, sondern ihre ökonomische Rentabilität.
Während die einen wie Solarworldchef Asbeck von einer solaren Welt träumen, meinen Kritiker, dass es sich um eine reine Subventionsbranche handele.

Die “Wahrheit“ in dieser Sache zu finden dürfte schwierig sein, insbesondere, da sich der Wirkungsgrad der PV-Technologie ja laufend verbessert. Es ist daher schwierig ein abschließendes Urteil über eine Technologie zu fällen, die sich laufend entwickelt. Entscheiden dürfte dabei das Erreichen der Netzparität sein:
“Im kommenden Jahr könnte dann endgültig der Durchbruch gelingen. Denn der norwegische Solarkonzern REC will ab 2010 Module für einen Euro pro Watt produzieren - das wären gut 60 Prozent weniger als die heutigen Verkaufspreise.
Natürlich kommen noch Zubehör, die Montage und eine Gewinnmarge hinzu, so dass man im Ergebnis mit etwa 1,85 Euro pro Watt rechnen muss. Doch auch das sind gut 50 Prozent weniger als heute.
Wenn man die Kostenreduktion auf den Strompreis überträgt, kommt dies einer Sensation gleich: Statt der geltenden 43 Cent pro Kilowattstunde würden 21 Cent ausreichen. Dies ist ziemlich genau der Preis von konventionellem Strom inklusive Netzgebühren, Steuern und Abgaben.
Mit anderen Worten: Solarstrom könnte innerhalb kürzester Zeit mit Steckdosenstrom konkurrieren. Experten sprechen von der sogenannten "Netzparität". (2)

Allerdings kann man nicht nur von der Zukunft sprechen sondern muss auch die Gegenwart in das Bild der Solartechnologie einbeziehen. Fakt ist, dass die PV trotz massiver Förderung bisher nur marginal zur weltweiten Energierzeugung beiträgt. Selbst im Musterland der Solarindustrie in Deutschland, trägt die Solarindustrie in 2008 nur 14 Petajoule zur Gesamtenergie bei, während Windkraft 145 Petajoule und Wasserkraft 75 Petajoule erbringen, ganz zu schweigen von den fossilen Energieträgern, die derzeit noch den Großteil des Energie – und Stromverbrauchs bestreiten (4). Auch wenn man sich das Ganze graphisch betrachtet und dies nur bezogen auf die erneuerbaren Energien (5), so muss man feststellen, dass die PV selbst unter diesen nur eine marginale Rolle spielt und in absehbarer Zeit wohl auch spielen wird.

So kommt die Kritik, die PV als Subventionsbranche bezeichnet nicht aus dem Nichts. Über das EEG wird der Normalbürger zum Subventionierer der Solarenergie. Da diese in Deutschland mehr als irgendwo auf der Welt ausgebaut wurde, hat dies schon merkliche Folgen für den Strompreis:
“Strom könnte bald um zehn Prozent teurer werden, der Hauptgrund laut einer Studie: die ausufernde Förderung der Solarbranche. (...)
In Wahrheit könnte der Solarboom teuer werden für die Verbraucher. Schon jetzt fördern sie den Sonnenstrom jährlich mit mehreren Milliarden Euro - über Aufschläge auf ihre Stromrechnung. 2011 sollen diese Zuschläge nun noch einmal deutlich steigen. Die Öko-Umlage, mit der Wind-, Solar- oder Biogasstrom finanziert werden, muss laut einer Vattenfall-Studie im kommenden Jahr um 1,8 bis 2 Cent pro Kilowattstunde erhöht werden - auf insgesamt bis zu 4,4 Cent einschließlich Mehrwertsteuer. Das an offiziellen Ökostrom-Prognosen beteiligte Leipziger Institut für Energie hält die Prognose für realistisch. Für die Verbraucher sind das schlechte Nachrichten: Der Strompreis würde schlagartig um zehn Prozent steigen - von rund 20 Cent auf 22 Cent. Ein Einfamilienhaushalt mit 5000 Kilowattstunden Verbrauch würde rund 100 Euro pro Jahr draufzahlen.
“ (6)
Der zu erwartende exzessive Ausbau der Solaranlagen wird auch in Hinblick auf die Kostenstrukturen der Industrie von manchen kritisch betrachtet:
“Auch in der Koalition wird der Öko-Boom mit Sorge betrachtet. "Für die Industrie ist die Kostenexplosion bedenklich", sagt Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher und Energieexperte der CDU. "Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wird durch die hohe Öko-Abgabe gemindert, in einer ohnehin schwierigen Zeit."
“ (6)

Das Absurde: nur 2 % des Stroms werden derzeit mit Sonnenenergie produziert. (6) Die Solarzellenindustrie wächst seit Jahren exponentiell.

Subventionierung muss nicht schlecht sein und viele Technologien bedurften eines Anschubes. Allerdings ist der Unwillen bei jenen spürbar die dies bezahlen müssen. Es könnte zu weiteren Kürzungen der Solarsubventionen kommen, mit schlechten Folgen für die Gewinne von Solarworld.


3. Die EEG-Novelle.

Ganz offensichtlich ist die Solarindustrie auch von staatlichen Subventionen abhängig. Dies gilt insbesondere für den Konzern Solarworld, der 70,7 % seines Umsatzes in Deutschland generiert (Jahresbericht Solarworld 2009) (7).
Bisher war es die Einspeisevergütung, die Solaranlagen zu einem beliebten Anlageobjekt auch für Privatleute machte. Die Einspeisevergütung beträgt weit mehr als der durchschnittliche Strompreis, konkret 31,94 Cent (8).

Das EEG wurde nun aber massiv überarbeitet. Unter anderem wird die Vergütung von Solarzellen auf Äckern völlig gestrichen (9). Dies wird massiv kritisiert, da es sich hier gerade um die billigste Solarenergie handle: “
So habe der Koalitionsausschuss beschlossen, die Vergütung für Solarstromanlagen auf Ackerflächen vollständig streichen zu wollen. Damit werde der Versuch unternommen, ausgerechnet die mit weitem Abstand billigste Form der Solarstrom-Erzeugung in Deutschland abzuschaffen. Nach dem ursprünglichen Vorschlag von Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen, der eine 25-prozentige Senkung der Vergütung für diesen Anlagentyp vorsieht, hätte auf Äckern künftig Solarstrom zu 21,32 Eurocent je Kilowattstunde erzeugt werden sollen - das entspreche dem Preisniveau für den mit Boni geförderten Strom aus Biomasse.

Als Begründung für den Ausschluss der Ackerflächen aus der Förderung werde die Flächenkonkurrenz mit der Produktion energetisch verwertbarer Biomasse angeführt.
“ (9).

Das Außmaß der Kürzung unterliegt fortwährenden Diskussionen, sicher aber scheint, dass es eine Kürzung der Förderung um 16-17 % geben wird. (10) Je nach der Stärke des Ausbaus soll die Kürzung umso heftiger ausfallen: “

Sollte der Zubau neuer Solaranlagen in einem Jahr 3000 Megawatt übersteigen, soll den Regierungsplänen zufolge eine zusätzliche Fördersenkung um 2,5 Prozentpunkte, bei mehr als 3500 Megawatt eine Senkung um fünf Prozentpunkte vorgenommen werden, hieß es weiter. Insgesamt würden die Vergütungssätze dann zwischen 28,5 und 31 Prozent heruntergefahren.
“(10) was man durchaus als eine Deckelung der solaren Industrie verstehen kann.

Insofern kann es nicht verwundern, dass es zu Jahresanfang durchaus zu einem Ausverkauf der Solarwerte mit panikartigen Zügen kam.
Durch die geplante stufenweise Absenkung der Förderung wird es für Solarworld jedes Jahr herausfordernder, noch Gewinne zu erwirtschaften. Um dies zu erreichen müsste der Wirkungsgrad der Module jedes Jahr mindestens genauso viel besser werden, wie die Förderung abnimmt.


4. Der Konzern Solarworld fundamental betrachtet.

4.1 Überblick

Es zählt am Ende natürlich das Ergebniss, welches Rückschlüsse darauf erlaubt, wie sich Solarworld in diesem Umfeld aktuel behauptet.

Das KGV beträgt derzeit 19 (11), was nicht gerade billig ist. Selbst nach dem Kursverfall hat man also mit Solarworld kein Schnäppchen, wenn diese Kennzahl auch nicht utopisch hoch ist.
Der innere Wert nach Buffett mit einem Risikoaufschlag von 50 % auf Aktien, ergiebt derzeit einen Kurs von 30 €. Es handelt sich hierbei um die zum aktuellen Zinsniveau aufgezinsten Unternehmensgewinne. Dieser ist aber immer etwas optimistisch.

Die Entwicklung der Gewinne ist rückläufig von 2007 bis 2010, aber ansteigend von 2009 bis 2010 (11). Immerhin macht Solarworld überhaupt Gewinne, während andere deutsche Solarhersteller seit vielen Quartalen Verluste machen. Im Q4 /2009 wurden allerdings erstmalig Verluste erwirtschaftet (12), was sich leider in die Tendenz schrumpfender Gewinne seit Jahren nahtlos einreiht.

Eine Dividende wird immerhin seit Jahren ausgeschüttet. 1,31 % Dividendenrendite können allerdings kein starkes Kaufargument sein.

4.2 Jahresbericht 2009

Die oberflächliche Betrachtung der Zahlen ist nicht zufriedenstellend, ein Blick in die Details des Jahresberichtes scheint lohnend um zu sehen wie und wo Geld verdient oder verbraucht wird und wie sich hier die Unternehmung verändert.
Laut dem Jahresbericht 2009 (7) sind die Gewinne von 148,68 Millionen € in 2008 auf nurmehr 58,97 Millionen € in 2009 gefallen. Eine erschreckende Entwicklung. Die Eigenkapitalrendite fiel im selben Zeitraum von 17, 7 % (2008) auf 6,8 % (2009). Der Cashflow entwickelte sich im selben Zeitraum von + 320 Millionen (2008) auf – 33 Millionen (2009). Bezeichnend auch, dass von der Wertschöpfung des Unternehmens 2008 noch 132 Millionen € im Unternehmen selbst verblieben, 2009 aber nur noch 41 Millionen € (Alles aus Quelle 7).

Es ließen sich hier beliebig viele weitere Kennzahlen aufführen. Die Tendenz ist aber deutlich: Solarworld macht zwar noch Gewinne, diese schmelzen aber aktuell wie Butter in der Sonne. Wenn sich diese Tendenz weiter fortsetzt wird man bald Verluste schreiben.

5. Geschäftsaktivität nach Regionen.

Solarworld ist ein ganz überwiegend in Europa, insbesondere in Deutschland aktiver Konzern. Der Anteil Gesamteuropas am Umsatz betrug 2009 88 %, der Deutschlands alleine 71 % (7). Die gesamte restliche Welt steuert nur 12 % zum Konzernumsatz bei. Diese Tendenz zur Europa- und Deutschlandlastigkeit hat sich sogar noch stark verschärft, betrug der Europaanteil in 2008 doch erst 78 %, der Deutschlandanteil 46 %.
Hierin muss man ein Problem sehen, denn man ist wenig diversifiziert und somit stark von der schwarz-gelben Energiepolitik in Deutschland abhängig, die nicht durchweg solarfreundlich ist, um es diplomatisch zu sagen.

6. Fazit.

Solarworld ist ein Konzern der einer starken Konkurrenz auf dem Weltmarkt ausgesetzt ist. Dabei behauptet sich Solarworld sogar vergleichbar am besten von den deutschen Solarkonzernen, dies ist meines Erachtens aber nicht die Frage bei einer Kaufentscheidung für eine Aktie. Auch bei Solarworld schmelzen die Gewinnmargen gewaltig unter dem Preisdruck verfallender Modulpreise
und wegen dem Abbau der Einspeisevergütung.

Fundamental betrachtet steht Solarworld nicht ganz schlecht dar, macht immerhin Gewinne. Diese sind im Blick auf die letzten 4 Jahre aber sogar gefallen. Ein KGV von 19 und eine Dividendenrendite von 1,31 % sind keine Kaufgründe.

Es bleibt abzuwarten, ob sich Solarworld in diesem harten Marktumfeld dauerhaft behaupten kann. Ein Umschwung von Gewinnen zu Verlusten würde mich hier nicht wundern, aus den genannten Gründen (chinesische Produzenten, Abbau der Einspeisevergütung, Preisdruck).
Es gibt 2 Chancen die dem vielleicht entgegenstehen.
1. Anlagen made in Germany könnten mit Preisaufschlag verkauft werden. Bei Tests schneiden Solarworlds Module tatsächlich dauerhaft mit am besten ab (13). Nach dem Motto “Qualität hat ihren Preis“, könnte sich Solarworld vielleicht gegen billigere Anbieter aus China behaupten.

2. Eine Marktbereinigung. Solarworld steht unter Druck, wirtschaftet aber weit profitabler als die Mehrzahl der deutschen Konkurrenz. Mit einer möglichen Pleite einiger Konkurrenten könnte das Überangebot aus dem Markt schwinden und der Preisverfall sich verlangsamen.

Dies sind aber eher Spekulationen. Ausgehend von den nicht zufällig schwindenden Gewinnen ist Solarworld für mich kein Kauf. Da die Firma Gewinne macht und durchaus Chancen hat aber auch kein reiner Verkauf.

Meine Empfehlung hier ist daher Halten – Verkaufen.

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Quellen:
(1) http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?session=42f941394b3f6062_113&a_no=19768&medium=schuessler

(2) http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,612539,00.html

(3) http://www.focus.de/finanzen/news/photovoltaik-solarworld-chef-wirft-chinesen-unlautere-methoden-vor_aid_499780.html

(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare_Energie#Aktuelle_Bedeutung_und_Entwicklungen

(5) http://www.google.de/imgres?imgurl=http://www.gate4engineers.de/fileadmin/user_upload/images/ingenieurwelt24/PNG_Tabellen/Entw_Erneuerbare_Energien_Deutschland.png&imgrefurl=http://www.gate4engineers.de/branchen/erneuerbare-energien.html&usg=__6flSfQTu4OfENc72UUWRUFS5Sp0=&h=779&w=976&sz=40&hl=de&start=1&sig2=Dy96YYWxbYei7wkywKjFbg&um=1&itbs=1&tbnid=FTdIIY23MZPgMM:&tbnh=119&tbnw=149&prev=/images%3Fq%3Derneuerbare%2BEnergien%2BDeutschland%26um%3D1%26hl%3Dde%26rlz%3D1R2GGLL_de%26tbs%3Disch:1&ei=uZDMS9bBNoOmmwPpw8zhBQ

(6) http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,684616,00.html

(7) http://www.solarworld.de/Investor-Relations.28.0.html

(8) http://www.eeg-novelle.de/eeg-novelle_fotovoltaik.html

(9) http://www.solarserver.de/news/news-12259.html

(10) http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,672170,00.html

(11) http://aktien.onvista.de/kennzahlen/fundamental.html?ID_OSI=81249

(12) http://www.informunity.de/sd/STID-59/Aktie-Solarworld.htm

(13) http://www.solarworld.de/fileadmin/content_for_all/pdf/test_ergebnisse/SW_Photon-Sonderdruck_01042010_Web.pdf
Anmerkungen
Es sind noch keine Anmerkungen vorhanden.
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