Kommentar zur Aktie Facebook

Als interessant bewertet
30 Bewertungen ∙ 320 mal gelesen
Am 07.10.15
von John-Michaels
zu Facebook

USA ein Safe Haven für Daten? - scheinbar nicht! Wie geht es nun weiter mit Facebook?

Facebook, jeder kennt es, fast jeder nutzt es.
Doch was sich viele Fragen: "Wie kann eine Social-Media-Plattform einen Börsenwert von knapp 238 Mrd. € (Vergleiche: Mehr als BMW, Daimler, VW & Continental zusammengerechnet!) erreichen?"

Ganz einfache Antwort: Durch Werbeeinnahmen!

Zwei Gründe warum Facebook so hohe Werbeeinnahmen verbuchen kann sind:

1) Die hohe Userzahl, welche Facebook nutzt und somit über die Werbung erreicht werden kann.

2) Die Daten die Facebook über seine User sammelt und natürlich auch auswertet, damit die Werbung auf den jeweiligen User angepasst und zugeschnitten werden kann.

--> Dies hat für die werbenden Unternehmen zur Folge, dass Sie eine hohe Zahl an Menschen mit Ihrer Werbung erreichen kann und vorallem die erreicht, die das Thema des Unternehmens (z.B. Mode) auch interessiert. Dafür sind die werbenden Unternehmen bereit große Summen an Facebook zu bezahlen.

Um dieses System zu ermöglichen sammelt Facebook die Userdaten weltweit – im Ausland zum Teil über Tochtergesellschaften – und transferiert diese ins Hauptquartier ins Silicon Valley, wo die Daten strukturiert und ausgewertet werden.

Diese Datentransfers waren bisher Aufgrund des Datenschutzabkommens zwischen EU und USA legal, da in besagtem Abkommen USA als „Safe Haven“ (=sicherer Hafen) für Daten deklariert wurde. Genau diese Definition von USA als Safe Haven hat der junge Jurist Max Schrems aus Österreich angezweifelt. Vor einem irischen Gericht (in Irland ist der Hauptsitz der europäischen Tochtergesellschaft von Facebook) hat Hr. Schrems gegen den Transfer seiner Daten nach USA mit der Begründung, dass USA eben kein solch ein Safe Haven sei geklagt. Hintergrund ist dass in USA staatliche Behörden wie bspw. die NSA Daten von privaten Unternehmen – wie Facebook – einsehen und einfordern dürfen. Das Gericht in Irland war dem Kläger grundsätzlich zustimmend geneigt und wollte nun von dem Europaischen Gerichtshof (EUGH) wissen, ob sich einzelne Länder (wie eben Irland) an die Definitionen eines Europäischen Datenschutzabkommens halten muss, oder ob Sie selbst definieren können welche Länder als Safe Haven für Daten gelten. Die Entscheidung des EUGH war eine Ohrfeige für das EU-Datenschutzabkommen und natürlich auch für Facebook. Der EUGH hat entschieden, dass Länder die Definition von Safe Havens selbst vornehmen können/sollten – bezogen auf den speziellen Fall definierte der EUGH sogar, dass USA explizit KEIN Safe Haven darstelle, eben Aufgrund der Zugriffsmöglichkeiten von staatlichen Behörden.

Nun, was heißt dies eigentlich für Facebook und warum solch eine ausführliches Kommentar dazu?
Schlussfolgerung: Sollte Irland die USA als Safe Haven NICHT bestätigen (wonach es aktuell aussieht) so könnten zwar die Userdaten europaweit gesammelt werden, nicht jedoch nach USA transferiert werden. Dass wiederum heißt für Facebook: Weniger gebündelte Kundendaten = weniger ansprechend für Werbepartner = weniger Werbeeinnahmen!

Und das wiederrum sollte die Anleger Sorgenfalten wachsen lassen, denn wir errinern uns an meine Einstiegsfrage: "Wie kann eine Social-Media-Plattform einen Börsenwert von knapp 238 Mrd. € (Vergleiche: Mehr als BMW, Daimler, VW & Continental zusammengerechnet!) erreichen?
Ganz einfache Antwort: Durch Werbeeinnahmen!“

Wenn diese nun stagnieren, bzw. womöglich sogar sinken sollten, so wird der Kurs dementsprechende Einbußen hinnehmen müssen.

Meine klaren Empfehlungen:

Entweder: Finger weg von der Aktie und zusehen!

ODER wer mutiger ist: Zulangen mit einer langfristigen Short-Position!

Langfristig? – Warum eine langfrisitge Short-Position? – Ganz einfach weil der Kurs nicht aprupt absinken wird bis das Irische Gericht nicht seine Entscheidung bekannt gibt und zum zweiten weil die Quartalszahlen am 04.11.2015 das Ausmaß der Entscheidung noch nicht abbilden wird können. Zumindest bis zum ca. 06.11 sollte die Short-Position also gehalten werden – unter Umständen kann diese dann aufgelöst werden.
Hierzu erhaltet ihr natürlich laufend Updates in diesem Kommentar.

viele Grüße
euer

John Michaels
Anmerkungen
John-Michaels am 21.10.15 16:27 Uhr
und das wiederhum heißt ich bin nicht mehr bereit so viel Werbemittel an Facebook zu zahlen wie bisher, als mir die weltweiten Kundendaten als Potenzielle Werbeempfänger angeboten wurden. LG John-Michaels
John-Michaels am 21.10.15 16:26 Uhr
D.h. wenn ich als Unternehmen eine Werbung auch Facebook schalten möchte, darf mir Facebook nicht das Nutzungsverhalten der europäischen User nennen bzw. als Werbeziel anbieten, d.h. ich habe weniger Potenzielle Kunden die ich gezielt ansprechen kann
John-Michaels am 21.10.15 16:24 Uhr
Hi Janski, danke für deine berechtigte Frage. Es geht hier nicht nur um den Ort der Auswertung sondern auch um die Vermarktung. Die Daten dürfen weder VOR, noch NACH einer Auswertung nach USA übermittelt werden.
-Janski- am 19.10.15 15:52 Uhr
Vielen Dank für die Einordnung der Sachlage, insbesondere auch zur Rolle der Klage bei Facebook. Meine Frage dazu aber: Weshalb macht es Facebook weniger attraktiv, wenn europäische Daten in Europa ausgewertet werden?
homooeconomicus am 12.10.15 14:49 Uhr
Danke für Deine Recherchen! 22,9 % ist ja doch schon ne Hausnummer.
John-Michaels am 12.10.15 14:08 Uhr
Hier Daten vom 30. Januar ´14 aus dem Geschäftsbericht des Jahres 2013! --> Hier ist der europäische Anteil auf ca 22,9% beziffert. Also mit gut einem fünftel kann man mit Sicherheit rechnen. Quelle: http://allfacebook.de/zahlen_fakten/q4-2013
John-Michaels am 12.10.15 14:01 Uhr
Die Details zur Antwort findest du hier: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/37545/umfrage/anzahl-der-aktiven-nutzer-von-facebook/ http://www.thomashutter.com/index.php/2011/01/facebook-benutzerzahlen-eu
John-Michaels am 12.10.15 14:00 Uhr
Hallo homooeconomicus, gute Frage. Leider habe ich hier bis jetzt nur Zahlen aus dem Jahr 2011 gefunden. Hier entspricht der europäische Anteil der Nutzer ca. 26% der weltweiten Nutzerzahlen. Ich versuche für dich noch neuere Zahlen zu organisieren.
homooeconomicus am 09.10.15 21:39 Uhr
Hallo, interessanter Punkt mit dem Datentransfer! Wie wichtig ist denn Europa aktuell für Facebook? Würde eine Blockade von Facebook in Europa den Konzern insgeamt schwer treffen?
Der obige Kommentar spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider. Informunity übernimmt dafür keine Haftung.
Facebook Aktie
Kurs: 203,85€     +0,4% vs. Vortag
Kursentwicklung 3 Monate (Graue Fläche = DAX)  
Investor
John-Michaels
Aktuell wird kein IPQ für Investor John-Michaels ermittelt.
Momentan hat Investor John-Michaels
kein öffentliches Portfolio.



100.000 Credits Jahresbonus
im Wert von 1.000 Euro
für den Erstplatzierten der
Pro-Portfolio Investor-Rangliste

Mehr Infos