Kommentar vom 05.08.10
AktieE.ON AG
InvestorMaurice
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Auch die Politik will Anteil am Gewinn des größten Energiekonzern Deutschlands
(1.) Kennzahlen

......................................[2009].........[2010e]..........[2011e].......[2012e]

Umsatz (in Mio.)_____83.718______83.196______85.866_____89.088

Rendite_____________11,52%_____11,93%______12,03%____11,71%

Nettogew. (in Mio.)___8.396______5.902________5.605_____5.617

Gewinn je Aktie______ 4,41€______3,10€________2,94€_____2,95€

KGV___________________ 5,0 _______ 7,1 __________ 7,5 ______ 7,5

Dividendenrendite____6,82%______6,82%_______7,05%_____7,27%



(2.) Allgemeines zum Unternehmen

Neuer KonzernChef:
Johannes Teyssen ist seit Mai der neue Chef des größten Energiekonzerns in Deutschland. Seit Amtsantritt hat er 2 von 3 Vorständen entlassen und strukturiert den ganzen Konzern schlanker.

Gegen-/ bzw. Rückenwind aus der Politik:
Eigentlich sollte der letzte Atommeiler im Jahr 2022 vom Netz gehen, jedoch steht die Grundversorgung bisher noch nicht ausreichend aus alternativen Quellen und das Haushaltsloch der Bundesregierung veranlasst, über ein Laufzeitverlängerung nachzudenken. Jedoch nur wenn auch was dabei rausspringt.

Die Brennelementsteuer:
Für die Teilnahme der Regierung am Gewinn der Unternehmen soll die BrennelementSteuer sorgen. Erwartet werden zwischen 2011 und 2014 etwa 2,3 Milliarden Zusatzeinnahmen. Der Anteil von e.on beträgt hierbei ca. 920 Millionen.

Laufzeitverlängerung der AtomKraftwerke:
Aufgrund dieser (für sicher erklärten) Steuer werden die Laufzeiten vorraussichtlich verlängert, um an den Steuereinnahmen weiter zu verdienen. Rein technisch können viele Kraftwerke weitere 25-30 Jahre am Netz bleiben. Ganz so lang wird aber kaum realistisch durchsetzbar sein.

Höhere Gewinne je länger die Laufzeit:
Da Kraftwerke hauptsächlich in der Herstellung teuer sind und über die Jahre abgeschrieben werden, erhöhen sich die Gewinne, je länger die Laufzeit sein wird.
Ausserdem ist die Prognose der Energiepreise aus Sicht des Konzerns sehr rosig. Der Preis pro Megawattstunde soll in den nächsten Jahren von 51EUR auf 80EUR steigen, was eine Gewinn von 58EUR für e.on ausmachen würde.

Neuer Wind durch Teyssen:
Der Vorgänger des neuen Chefs Wolf Bernotat hatte sich durch den Versuch Endesa (Spanischer Stromversorger) zu übernehmen überschätzt. Auch die Aktivitäten in Russland und den USA blieben weit unter den Erwarungen.
Weshalb Teyssen auch eine Teil der US-Aktivitäten verkaufte und dabei 7 Milliarden einnahm.


(3.) Pro und Con in der Zusammenfassung

[+] den fairen Wert der e.on-Aktie sehen Analysten bei 29 - 32 EUR
[+] enorme Bilanzstärke des Unternehmens
[+] hohe Dividendenrendite (fast 7%)
[+] 7 Milliarden Zusatzeinnahmen durch Verkauf einiger US-Aktivitäten
[+] Errichtung des größten Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee
(118 Windturbinen mit 333 Megawatt - zweidrittel durch e.on errichtet)
[+] steigende Energiekosten (arme Verbraucher/ gut für e.on)

[-] Unsicherheit durch die Einführung der Atomsteuer
[-] Unsichere Laufzeiten der Atomkraftwerke
[-] misslungende Einkäufe von ausländischen Stromversorger


(4.) Fazit

Bei einem aktuellen Kurs von 23,67EUR (05.08.2010) und einem Kursziel von über 29EUR bewerte ich die Aktie positiv, Kauf.
Die Bilanzstärke des Unternehmens wurde bereits auf die Probe gestellt, als vor zwei Jahren 60 Millarden verblasen wurde. Im Dax gibt es dabei nur ein Unternehmen das überhaupt einen Börsenwert in dieser Höhe ausweisen kann. Außerdem erwirtschaftet das Unternehmen Jahresumsätze von 85-90 Milliarden Euro.

Ich werde die Aktie auf jeden Fall in meinem Portfolio berücksichtigen, jedoch die Entwicklung der Politik hierbei gut verfolgen.
Der Wechsel der Konzernführung sehe ich hierbei sehr positiv. Eine Entwicklung zugunsten des Energiekonzerns halte ich für wahrscheinlich, da die Regierung daran interssiert ist, dass Energiekonzerne eine gute Rendite erwirtschaften damit wiederrum daraus Zusatzeinnahen in Millardenhöhe das Haushaltsloch stopfen sollten.
Auf lange Sicht ist der Wechsel in alternative Energiequellen auch schon stark von e.on in Angriff genommen weshalb man auch für die Zukunft gewappnet sein sollte.



Quellen:
(1.) JP Morgan
(2.+3.) Focus-Money 31/2010

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