Kommentar zur Aktie Apple

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Am 03.04.18
von armericanoo
zu Apple

Apple's nächster großer Coup? - Innovatives Bauteil statt neues Endgerät

Seit Jahren warten bei Apple alle wieder einmal auf eine "echte" Innovation, etwas wirklich Neues aus der Cupertiner Tech-Schmiede in Kalifornien, das bahnbrechende „nächste große Ding“, was immer es auch sein mag – Steve Jobs' Erben müssen ja nicht gleich ein völlig neuartiges Gerät aus dem Hut zaubern, sondern es würde ja auch schon reichen, wenn es sich um ein innovatives Bauteil handeln würde, welches diese Bezeichnung auch wirklich verdienen würde, mit welchem Apple sich seinen entscheidenden Technologievorsprung auf die Konkurrenz auch in Zukunft sichern könnte.

Fakt ist: Die Nachfrage nach dem Jubiläums-iPhone X – 10 Jahre nach der Markteinführung des ersten Modells der Reihe – läuft bislang eher schleppend. In den ersten Monaten seit der (verspäteten) Markteinführung im vergangenen Herbst verkaufte Apple eine deutlich geringere Stückzahl als zuvor erhofft. Das mag zum einen am relativ hohen Einstiegspreis liegen, der mit 1.000 US-Dollar nicht von Pappe ist, wie man so sagt, der aber bestimmt schon in Kürze spürbar reduziert werden dürfte, um die stagnierenden Absatzzahlen etwas anzukurbeln, und zum andern hat der Smartphonemarkt bereits seit längerem einen gewissen Sättigungsgrad erreicht. Wer auf ein "Smartphone" schwört, der tut das in der Regel bereits, und einen alljährlichen Modellwechsel kann sich eben nicht jeder leisten - vor allem in diesem "gehobenen" Preissegment.


1.) Besitzt Apple inzwischen einen "Plan B" für die "Post-iPhone-Ära"?

Das der Gesamtgewinn des kalifornischen Tech-Unternehmens noch immer am Tropf des iPhone-Absatzes hängt, treibt wohl nicht bloß dem Apple-Management allmählich die Sorgenfalten auf die Stirn: Was, wenn sich deren Verkäufe auch weiterhin rückläufig entwickeln? Hat Apple dafür endlich einen "Plan B" in petto, mit der sich die riesige Umsatzlücke, welche dieses "Horrorszenario" in die Bilanz des Konzerns reißen könnte, noch rechtzeitig schließen lässt? Oder verschliesst man beim Kultkonzern vor diesem drohenden "Damoklesschwert" etwa immer noch die Augen?

Eine Teilantwort dazu wurde bereits auf den letzten Bilanz-Präsentationen gegeben: Apple baut seinen Service-Bereich weiter aus, da jener auch künftig immer stärker an Bedeutung gewinnen wird. Damit hofft Apple sich ein zweites Standbein zu schaffen, um die rückläufigen iPhone-Verkäufe zumindest finanziell etwas "abfedern" zu können. Nicht etwa, dass die Cupertiner finanzielle Probleme hätten, das Gegenteil ist eher der Fall: Der Tech-Konzern sitzt bekanntlich schon auf einem gigantischen Barvermögen, das nach der US-Steuerreform Donald Trumps nun auch in die Heimat rücktransferiert sowie größtenteils an die Aktionäre ausgeschüttet werden soll. Doch eben gerade jenes "Apple-Klientel" wird eben auch schnell mal nervös, wenn es den Konzern an den Kragen zu gehen droht.


2.) Könnte die neue Display-Technologie die Rettung sein?

Anstelle eines neuen Endkundengeräts tüftelt Apple offenbar längst an einer neuen Bildschirm-Technologie. Während derzeit LCD- oder OLED-Displays als "State of the Art" gelten, hat Apple womöglich neuartige "MicroLED"-Bildschirme in der Pipeline, was sich aus einem aktuellen Bloomberg-Bericht schließen lässt. Bis die neue Technologie aber tatsächlich beim Endkunden ankommt, dürfte es zwar noch eine Weile dauern, doch Apple könnte sich damit erneut einen weiteren entscheidenden Vorsprung und somit Wettbewerbsvorteil gegenüber der nimmermüden Konkurrenz sichern – und diese dann damit womöglich auch noch selbst beliefern - zu gewohnt hohen Margen, versteht sich.


Mein FAZIT:

Es besteht also durchaus Anlass zur Hoffnung für die Apple-Aktie, auch wenn das mit Blick auf deren aktuelle Kursentwicklung nur sehr schwer vorstellbar erscheint. Immerhin verzeichnet das Papier innerhalb weniger Wochen dieser Tage zum zweiten Mal empfindliche Kursverluste. Ende Januar waren bei einem weltweiten Börsenbeben schon etliche Milliarden verbrannt worden, und auch in der vergangenen Woche verlor die Apple-Aktie ca. 6% an Wert. Zuletzt war der Anteilsschein für rund 136 Euro oder 165 Dollar zu haben.
Dieser Tage wird die Geduld der Anleger an den Börsen ohnehin schon auf eine harte Probe gestellt, geht es dort doch bereits seit Beginn des Jahres schubweise, in "Salami-Crash-Manier", in Richtung Süden. Vor allem hat jener bisher jedoch verstärkt die im NASDAQ 100 notierten Technologiewerte in Mitleidenschaft gezogen, aber es scheint damit auch noch längst kein Ende in Sicht zu sein. Die Gründe dafür liegen allerdings auf der Hand: Zum einen die Zinswende in den USA, und zum andern der drohende "Handelskrieg" zwischen Trump-Amerika und den Rest der Welt - vornehmlich jedoch gegen Europa und China. Solange dort auf diplomatischem Wege keine für beide Seiten akzeptable Lösung gefunden wurde, wird sich auch die "Kursabwärtsspirale" an den Weltbörsen weiter fortsetzen. Aber Fakt ist indes auch, dass die "Bullen" längst das Feld zugunsten der "Bären" geräumt haben.
Die Apple-Aktie hat gemessen an den neuesten Nachrichten meines Erachtens noch einiges an Kurspotenzial, wenn, ja wenn ein gewisser Donald Trump sich endlich einmal einsichtig zeigen würde, begreifen würde, dass er mit seinem dümmlichen, egomanischen Gebaren auf Dauer weder die US-Wirtschaft noch die Weltwirtschaft entscheidend voranbringen, sondern bloß enormen Schaden zufügen kann.
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